Probenahme So meistern Sie schwierige Situationen bei der Probenahme
Die Probenahme stellt Mitarbeiter im Qualitätsmanagment immer wieder vor schwierige Situationen. Die größten Probleme entstehen bei der Probenahme von angelieferter Ware. Lesen Sie, welche Fallstricke es gibt, und wie Sie diesen am besten begegnen.
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Die überwiegende Anzahl der Produkte, die in verschiedenen Behältnissen wie Containern, Big-Bags, Octabins, Säcken, Güterzügen oder Lkws angeliefert werden, kann nur manuell beprobt werden. Daraus resultiert ein hoher persönlicher, oft auch mühsamer Aufwand – abgesehen davon, dass diese Proben nicht das geforderte Höchstmaß an Repräsentativität und Reproduzierbarkeit erreichen. Oft kommt es auch zu Streitigkeiten mit dem Zulieferer, wenn dieser auf eine andere Weise seine Proben genommen hat, beispielsweise automatisiert aus dem Beladungsstrom, und die Laboranalyse beim Kunden eine schlechtere Qualität ausweist.
Beprobung von Mineralien
Zu solchen problematischen, manuellen Probenahmen zählt u.a. die Beprobung von Mineralien wie Magnesiumoxid aus verschiedenen Sattelzügen oder Tankfahrzeugen vor der Abladung. Diese Produkte neigen dazu, sich beim Transport zu verfestigen und zu sedimentieren. Dann wird die manuelle Probenahme zur harten Arbeit. Für eine optimale Probenahme müsste man den gesamten Querschnitt beproben und dazu mindestens eineinhalb Meter in die Tiefe gehen. Aufgrund der Verfestigung des Materials gelingt das mit herkömmlichen Probenehmern wie Zonenstechern oder Stechlanzen kaum.
Ist ein Vorsilo vorhanden, so wird das Pulver über eine Förderleitung abgepumpt, und es können automatisiert Proben aus dem Förderstrom genommen und analysiert werden. Wird im schlimmsten Fall festgestellt, dass das angelieferte Produkt nicht den Qualitätsanforderungen genügt, muss das Silo wieder leer gepumpt werden – eine kostspielige Angelegenheit für Zulieferer und Kunde.
Die Anlieferung von Flüssigkeiten in Tankfahrzeugen und deren Beprobung wird ähnlich durchgeführt und ist ebenfalls kritisch zu betrachten.
Probenahme von Ölen für die Biodieselherstellung
Die manuelle Probenahme beispielsweise von Ölen für die Biodieselherstellung gestaltet sich manchmal schwierig. Diese Öle werden in Tankwagen angeliefert und manuell beprobt, indem ein Mitarbeiter auf den Tankzug steigt und mit einem Tauchgefäß eine Probe aus der Ladung nimmt. Bei Wind und Wetter ist dies nicht nur unter Arbeitssicherheitsaspekten kritisch zu sehen. Zudem ist eine Verunreinigung der Ware nicht ausgeschlossen. Diese Variante wird immer dann gewählt, wenn man vor dem Abladen beproben will oder muss.
Es wird aber auch oft ohne vorherige Probenahme direkt aus dem Tankwagen in einen Lagertank abgepumpt. Aus dem Förderstrom werden mehr oder weniger kontinuierlich Proben genommen und analysiert. Aber auch hier gilt: Ob das Produkt den gewünschten Anforderungen entspricht oder nicht, weiß man erst, wenn der halbe Tankwagen schon entleert ist; mit allen logistischen und finanziellen Konsequenzen.
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