Chlorchemie im Wandel

(R)Evolution in Sachen Chlor: Was kommt nach dem Quecksilber?

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Allerdings sind die Kapazitäten zur Quecksilberstabilisierung in der EU begrenzt – und auf dem Firmengelände darf der Stoff höchstens ein Jahr lagern, ehe der Standort quasi zur Deponie wird und nach den entsprechenden Regeln arbeiten muss. Auch diese Frist endet nach fünf Jahren, obwohl eine einmalige Verlängerung um drei Jahre in Ausnahmen möglich ist.

Angesichts der knappen Kapazitäten für die Quecksilber-Stabilisierung werde das Amalgam-Verfahren die Branche auch noch lange nach 2017 beschäftigen, glauben Fachleute.

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Schon im Jahr 2016 veranstaltete die Eurochlor daher einen Workshop zur Umsetzung von Good-Practice-Beispielen der Verbandsunternehmen.

Das Regelwerk wächst und wächst und wächst....

Nicht nur beim Quecksilber stöhnt die Branche über Auflagen: Aktuellen Studien zufolge haben sich die Regularien für die Chloralkali-Chemie in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Dadurch entstünden Zusatzkosten von etwa 30 %, erklärte der europäische Chemieverband Cefic.

Trotzdem gibt sich die Branche optimistisch: Mit der Umstellung auf die Membranelektrolyse sei die Industrie in Europa gut aufgestellt. Beim Emissionshandel und der Umsetzung der Reach-Regularien stehe mit Cefic ein starker Partner zur Seite.

Evolution oder Revolution?

So oder so: Die scheinbar schon angezählte Chlorchemie erweist sich als langlebig. Von Revolution oder gar Aussterben der Branche ist nicht mehr die Rede. Tatsächlich zeigt auch auf der Eurochlor die kontinuierliche Weiterentwicklung von Verfahrenskomponenten wie Membranen, Rohren oder Armaturen die Richtung auf. So konnte Asahi Kasei seinen Membranklassiker Aciplex deutlich verbessern: Die Aciplex F7001X erreicht mit einer neuen Beschichtung und verstärkter Membran eine dünnere Schichtdicke und damit hohe Se- lektivität bei niedrigerer Spannung als ihre Vorgängermodelle. Auch Verunreinigungen in der Lauge setzten der Membran weniger zu, betont die japanische Firma.

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