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Trotzdem ist nicht anzunehmen dass der Energieverbrauch der Branche noch viel weiter zurück geht: Die Energiemenge, die zur Elektrolyse benötigt wird um das Kochsalz aufzuschließen, lässt sich nicht umgehen. „Chlor ist gespeicherte Energie“, erklärt Dieter Schnepel, Eurochlor-Chairman und Vizepräsident von Dow-Stade – deswegen sei es auch so reaktionsfreudig.
Entsprechend macht sich der Interessensverband Eurochlor dafür stark, die Chlor-Alkali-Chemie als Sekundär-Emittenden im Emmisionshandel mit entsprechenden Rechten zu bedenken.
Schon jetzt spart die Branche durch die stoffliche Nutzung des Reaktionsprodukts Wasserstoff, von dem 89 % als Basischemikalie, zur Dampferzeugung oder für Brennstoffzellen genutzt werden. Durch den Einsatz depolariserter Kathoden kann in einigen Fällen sogar die Entstehung von Wasserstoff ganz vermieden werden.
Chlorchemie vor dem Aus?
Keine Zeit zu verlieren: Endgültiges Aus für Quecksilber in der Chlorchemie
Die Quecksilber-Frage
Größere Sorgen macht den Anlagenbetreibern die Entsorgung der Quecksilberrückstände aus Amalgam-Altanlagen: Bis zu 6000 Tonnen müssten nach 2017 entsorgt werden, schätzen Branchenkenner. Doch wohin mit dem giftigen Übergangsmetall?
Ein Export elementaren Quecksilbers ist nach den neuen EU-Regulatorien verboten, da die Substanz in vielen Ländern beim Goldbergbau eingesetzt wird. Diese umstrittene Methode führt häufig zu großen Umweltschäden und Gesundheitsrisiken bei Bergarbeitern und der örtlichen Bevölkerung.
Stabilisierungs-Kapazitäten dringend gesucht!
Die Vorschriften schreiben zusätzlich eine Stabilisierung der Abfälle als Quecksilber-Sulphit vor, da das Material in diesem Zustand wesentlich ungefährlicher für Mensch und Umwelt ist. Anschließend kann das stabilisierte Quecksilber z.B. in unterirdische Sondermüll-Lager in Salzstöcken verbracht werden, wie sie der Salz- und Düngemittelkonzern K+S im hessischen Salzbergwerk Herfa-Neurode bietet. Genau das Salz, das als Rohstoff zur Chlorherstellung dient, soll also als Endlager für die giftigen Reststoffe des Herstellungsprozesses dienen.
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