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Prozessautomatisierung

Open Group veröffentlicht O-PAS Standard als Vornorm

| Redakteur: Gerd Kielburger

Die Open Group, ein herstellerneutrales Technologiekonsortium aus den USA, hat auf dem ARC Industry Forum in Florida vergangene Woche die Einführung seines neuen O-PAS-Standards, Version 1.0, eines vorläufigen Standards von The Open Group, angekündigt. Der vom Open Group im Open Process Automation Forum (OPAF) entwickelte Standard bietet eine herstellerneutrale Referenzarchitektur, die den Aufbau skalierbarer, zuverlässiger, interoperabler und sicherer Prozessautomatisierungssysteme ermöglichen soll.

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Steve Nunn, CEO der Open Group, hat auf dem diesjährigen ARC Industry Forum in Orlando/Florida einen O-PAS Standard als Vornorm angekündigt.
Steve Nunn, CEO der Open Group, hat auf dem diesjährigen ARC Industry Forum in Orlando/Florida einen O-PAS Standard als Vornorm angekündigt.
(Bild: The Open Group)

Orlando/Florida – Das ARC Industry Forum in Orlando/Florida zählt seit Jahren zu den wichtigsten Austauschplattformen, wenn es um Automatisierungstechnik in den USA geht. Kein Wunder, dass gerade hier der Vorstoß der Open Group für eine Vornorm angekündigt wurde. Immerhin sind inzwischen rund 80 Mitgliedsorganisationen direkt an der Entwicklung dieser neuen Referenzarchitektur beteiligt. Die Version 1.0 soll sich demnach auf die Erfüllung der Mindeststandards und Spezifikationsanforderungen für föderierte Prozessautomatisierungssysteme konzentrieren – und zwar unter Verwendung einer offenen und interoperablen Referenzarchitektur. Ein wichtiger Grundsatz der Norm ist die Übernahme zweckmäßiger heute bereits auf dem Markt existierender Industriestandards. Infolgedessen wird der Standard eine Vielzahl von Funktionselementen enthalten, die bereits von mehreren Anbietern bereitgestellt werden, einschließlich:

  • Sicherheit: ANSI/ISA 62443 (von IEC als IEC 62443 übernommen)
  • Konnektivität: OPC UA
  • Systemmanagement: DMTF Redfish

Die Veröffentlichung des O-PAS-Standards, Version 1.0, stellt nach Aussage von The Open Group CEO Steve Nunn eine bedeutende Leistung des Open Process Automation Forums in sehr kurzer Zeit dar. Bei der Open Group vertritt man die Auffassung, dass die Nachfrage der Endanwender nach Standards, die Interoperabilität ermöglichen, aufgrund der Notwendigkeit, die Investitionskosten für die Prozesskontrolle zu senken und gleichzeitig Skalierbarkeit und Cybersicherheit zu einem festen Bestandteil dieser Systeme zu machen, deutlich steigt. Die neue Norm soll sich sowohl mit den geschäftlichen als auch mit den technischen Herausforderungen der Prozessautomatisierung befassen und in vielen verschiedenen vertikalen Branchen Anwendung finden. Die Treiber der Initiative sehen mit der Einführung des ersten OPAF-Standards den wachsenden Bedarf an praktischer Anleitung bei der Entwicklung von Prozessleitsystemen. Die daraus resultierende O-PAS-Norm soll ein Normen-Standard sein, um mehr Einheitlichkeit und Konsistenz bei der Prozessautomatisierung zu erreichen. Wie es heißt, will man den O-PAS Standard in seiner Version 1.0 als Vornorm veröffentlichen, da er einen Bereich der neu entstehenden Technologien abdeckt. Änderungen sind daher bis zum abschließenden Standard nicht auszuschließen.

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