Chemie und Petrochemie in Indien Neue Petrochemiestandorte in Indien

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Nicht nur in China, auch in Indien investiert die deutsche Chemieindustrie kräftig. Die Regierung unterstützt die Ansiedlungen und investiert in sechs regionale Petrochemiekomplexe, die mit der entsprechenden Infrastruktur ausgestattet werden.

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In Mithapur im Bundesstaat Gujarat steht eine der weltweit größten Anlagen für die Produktion von Natriumcarbonat. Betrieben wird sie von Tata Chemicals. (Tata Chemicals)
In Mithapur im Bundesstaat Gujarat steht eine der weltweit größten Anlagen für die Produktion von Natriumcarbonat. Betrieben wird sie von Tata Chemicals. (Tata Chemicals)

Spätestens als sich die indischen Pharmahersteller Ranbaxy und Dr. Reddys im Jahr 2006 einen Bieterkampf um den deutschen Generikahersteller Betapharm lieferten, wurde auch dem letzten klar, dass sich das hässliche Entlein des asiatischen Kontinents langsam zum stolzen Schwan mausert. Indien ist mittlerweile nicht mehr nur die verlängerte Werkbank für outsourcing-willige Unternehmen aller Branchen sondern gewinnt Profil als Standort für die Petrochemie-, die Chemie- und die Pharmaindustrie, die mit einem Produktionsvolumen von über 40 Milliarden US-Dollar zu den wichtigsten Industriezweigen des Kontinents gehören.

Während die indische Pharmaindustrie und hier speziell die Generikahersteller bereits zur Weltspitze gehört und einen Platz unter den ersten drei beanspruchen kann, liegt die Chemiebranche auf Rang zwölf der produzierenden Länder. Der Branchenriese Reliance Industries schätzt das Herstellungsvolumen der Jahre 2008/09 auf 40 Milliarden US-Dollar. US$ (darunter 57 % Grundstoffchemikalien, 25 % Spezialchemikalien und 18 % Agrarchemikalien, pharmazeutische und biotechnologische Erzeugnisse).

Schub will die indische Regierung der Chemiebranche mit ihrer Nationalen Chemiepolitik verleihen, die nach Recherchen von PROCESS India in der Mitte dieses Jahres konkrete Gestalt annehmen und u.a. den größten Hemmschuh der indischen Chemiebranche beseitigen soll: die mangelhafte Infrastruktur und Vernetzung der bestehenden Standorte. Schon 2007 hat die indische Regierung die PCPIR-Iniative (Petroleum, Chemicals and Petrochemicals Investment Region) ins Leben gerufen.

Herzstück der ambitionierten Pläne, die den drittgrößten Chemieproduzenten des asiatischen Raumes in Augenhöhe mit China bringen soll, ist der Plan, sechs Petrochemiestandorte mit einer Ausdehnung von jeweils 250 Quadratkilometern zu schaffen. 280 Milliarden US-Dollar will die Regierung laut einer Meldung der Germany Trade & Invest in die Hand nehmen um nach dem Vorbild Europas und China integrierte Cluster aus dem Boden zu stampfen in deren Mittelpunkt Raffinerien und Cracker stehen soll, die die notwendigen Basischemikalien liefern.

PICS hat bereits eine Menge in Bewegung gebracht. Im Jahr 2010 haben sechs Zentren das Regierungssiegel erhalten und dürfen sich über besondere Förderung freuen: Dahej und Bharuch in Guajarat, Nacyachar und East Midnapore in West Bengal, sowie Vishakhpatnam und East Godavari im größten Bundesstaat Andhra Pradesh.

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