Chemie und Petrochemie in Indien

Neue Petrochemiestandorte in Indien

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Befeuert durch derlei Aktivitäten hofft das Indian Chemical Council, das indische Pendant des deutschen VCI, dass die Umsätze der chemisch/petrochemischen Industrie bis zum Jahr 2020 von derzeit 65 Milliarden US-Dollar auf über 200 Milliarden steigen. Und die Analysten der Wirtschaftsberatung Ernst & Young prophezeien bis 2012 ein Wachstum des Marktes auf rund 87 Milliarden Us-Dollar.

In Gujarath genauer gesagt in Jhagadia investieren zurzeit auch deutsche Konzerne. So hat der Feinchemiekonzern Lanxess Ende letzten Jahres in eine neue Ionenaustauscheranlage eingeweiht und verlagert jetzt auch die bisher in Madurai ansässigen Produktionen nach Jhagardia. Auch Evonik hat Anfang Januar Pläne für ein Millionenprojekt bekannt gegeben durch das Dr. Thomas Häberle, Mitglied der Evonik Degussa Geschäftsführung dem Geschäft in Indien einen Schub versetzen will.

Guajarat Alkalies und Chemicals Limited wird von Evonik eine Lizenz für das noch recht neue HPPO-Verfahrens kaufen und eine Propylenanlage bauen. Evonik soll direkt nebenan die dafür nötige Wasserstoffperoxydanlage bauen. Die Investition der Inder in das umweltfreundliche, weil ressourcenschonende Verfahren unterstreicht einmal mehr, dass die indische Chemieindustrie an State-of-the-Art-Technologien interessiert sind.

In Gujarat steht laut Regierungsangaben nicht nur die größte Greenfield-Raffinerie des gesamten Asien-Pazifik-Raumes, der Bundesstaat verfügt auch die größten Öl- und Gasvorkommen des Landes. Chief Minister Narendra Modi, oberster politischer Führer des Bundesstaates verfolgt eine ehrgeizige Ansiedlungspolitik und ist besonders stolz auf das Pipelinenetz, die Wasserversorgung und das stabile Stromnetz das 98 Prozent der Städte rund um die Uhr mit Strom versorgt – in Indien nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit.

Vorrausschauend ist, dass Gujarat nicht nur auf klassische Chemikalienproduktion setzt sondern auch nachwachsende Rohstoffe ins Visier genommen hat. Das nationale Jatropha-Programm hat zum Ziel die ölhaltige Pflanze auf Brachflächen zu kultivieren und zur Biodieselproduktion zu nutzen – die Produktion ist bereits 2008 angelaufen.

* Die Autorin ist Redakteurin bei PROCESS.

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