Nestlé lässt den Molch los Molchtechnik spart tonnenweise Teig in der Lebensmittelproduktion

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Teig gehört in den Ofen und nicht in den Abfall – weil es aber schwierig ist, Rohrleitungen bei der Fertigteigproduktion ohne Hilfsmittel vollständig zu entleeren, setzen mittlerweile viele Hersteller auf moderne Molchtechnik. Die kleinen Polymer-Formkörper sorgen für beachtliche Ersparnisse, erhöhte Ressourceneffizienz und dafür, dass mehr Teig verkauft werden kann.

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Die Molchfangstation nimmt den kleinen Helfer nach getaner Arbeit wieder auf.
Die Molchfangstation nimmt den kleinen Helfer nach getaner Arbeit wieder auf.
(Bild: Uresh)

Bei der Marke Leisi der Nestlé Suisse sorgt zukünftig ein Aseptik-Molchsystem für saubere Rohre. Eine Menge Teig landet nun jährlich auf dem Teller statt im Abfall. Die prozessbedingten Verluste von Lebensmitteln sind nicht nur in der Industrie ein großes Thema, sie bewegen auch die Verbraucher. Das Unternehmen Nestlé handelt bereits und setzt mit dem aseptischen Molch von Uresh auf ein Reinigungssystem, das wertvolle Rohstoffe spart und sich auch in finanzieller Hinsicht auszahlt.

In seiner Produktionsanlage in Wangen bei Olten stellt Leisi Fertigteig aus natürlichen Zutaten für verschiedene Produkte her. Die Teigmasse wird in einem Herstellungsbehälter angerührt. Anschließend wird die Fertigmasse über eine Produktleitung zu einem Pufferbehälter befördert und von dort in Packungen abgefüllt.

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Molch stoppt Verluste beim Produktwechsel

Bisher musste die Transferleitung vor jedem Produktwechsel aufwendig ausgewaschen werden. Die Teigreste in der Rohrleitung gingen bei jedem Produktwechsel verloren. So entstanden pro Jahr große Teigverluste.

Mit dem Aseptik-Molchsystem konnte die Anlage optimiert werden: Produktverluste gehören der Vergangenheit an. Heute landen deshalb bei einem Produktwechsel keine Produktreste im Abfall. Produktwechsel sind dadurch häufiger möglich, die Anlage kann flexibler genutzt werden. Wurden früher lediglich fünf Produktwechsel pro Tag vorgenommen, so sind es heute sechs Wechsel. Die Molchtechnik amortisiert sich damit in weniger als einem Jahr.

Hohe Flexibilität dank schnellem Produktwechsel

Nach jedem Produktwechsel wird nun ein aseptischer Molch mit einem Durchmesser von 100 Millimetern automatisch in die Produktleitung gestoßen und schiebt die Teigreste aus der Transferleitung in den Pufferbehälter. Die Teigreste können so verwendet werden und landen nicht im Abfall. Zudem spart das Molchsystem große Mengen an Wasser und Reinigungsmitteln.

Das Molchsystem konnte problemlos in kurzer Zeit in das bestehende CIP-Reinigungssystem integriert werden. Die Molchsende- und Molchfangstation wird dabei vollumfänglich CIP-gereinigt und die Hygiene-Vorschriften der Nahrungsmittelindustrie können eingehalten werden.

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