Im Allgemeinen beschleunigen Katalysatoren die Prozesse. Bei ihrer Weiterverarbeitung kam es diesmal jedoch nicht unbedingt auf Geschwindigkeit an, sondern vielmehr ging es darum, das bruchempfindliche Produkt schonend abzufüllen.
Die Siebmaschine Jel-Konti wurde angepasst und in die bestehende Anlage eingebunden.
(Bild: Engelsmann)
Für das Umfüllen von Katalysatoren in Fässer, um diese in kleineren Chargengrößen dem Produktionsprozess zuzuführen, standen bei diesem Projekt einige Möglichkeiten zur Wahl. Zur Herausforderung wurde das Projekt jedoch, weil das bruchempfindliche Produkt über eine Distanz von zirka 25 m möglichst schonend gefördert werden musste. Im Mittelpunkt der von Engelsmann konzipierten Anlage steht die modular aufgebaute Big-Bag-Entleerstation Jel-Basic-Line, die für das Entleeren der Big Bags sowie zur Übergabe des Produktes in die pneumatische Förderanlage dient. Aufgrund der unterschiedlichen Fließeigenschaften der Katalysatorprodukte wurde eine pneumatisch betätigte Austragshilfe im Entleergestell integriert.
Dabei erlaubt das Big-Bag-Anschluss-System Jel-Safe-Connect ein sicheres und staubfreies Entleeren des Produktes in den nachgeschalteten Prozess, in diesem Fall in einen Aufgabeschuh. Hier war das Anbinden der Big Bags mit einem herkömmlichen und bereits bekannten Entleertrichter und Andockteller nicht möglich. Bei Einsatz des Systems von Engelsmann ist es jedoch unerheblich, ob der Big Bag mit einem langen oder kurzen Auslaufstutzen versehen ist. Selbst Unterschiede im Auslaufdurchmesser lassen sich durch das System ausgleichen. Ein problemloses Anbinden ist innerhalb einer Toleranz von 50 mm möglich. Das Jel-Safe-Connect- System gewährleistet zudem eine hohe Produkt- und Bedienersicherheit. Je nach Ausführung können Anwender von außen eingeschleuste Verunreinigungen vermeiden, indem sie diese vor dem Öffnen des kompletten Anlagenstrangs mit Druckluft oder Stickstoff spülen bzw. absaugen.
Schutzsiebung verhindert verunreinigtes Produkt
Der Transport des Produktes aus dem Aufgabeschuh erfolgt über ein Saugfördergerät. Über die Nebenluftklappe am Aufgabeschuh wird die Falschluftmenge reguliert bzw. die Förderleitung beladen. Ein Filter verhindert dabei das Ansaugen von Verunreinigungen aus der Umgebung. Die Fördereinheit ist dabei speziell auf die Fließeigenschaften des Produkts ausgelegt und an die räumlichen Gegebenheiten angepasst. Der Austrag des Produktes aus dem Saugförderer sowie das Dosieren auf eine nachgeschaltete Siebmaschine erfolgt über die Zellenradschleuse Jel-S-LK. Eventuelle Verunreinigungen und Agglomerate im Endprodukt vermeidet die nachgeschaltete Schutzsiebmaschine vom Typ Jel-Konti.
Durch ihre kontinuierliche Arbeitsweise entfernt sie die Katalysatoren von im Produktionsprozess entstandenen Agglomeraten und Grobpartikeln, indem sie diese über den Grobgutauslauf aussiebt. Die Katalysatoren werden schließlich über den Gutkorn-Auslauf der bauseitigen Fass-Abfülleinheit zugeführt. Durch die platzsparende Bauweise und die individuellen Anpassungsmöglichkeiten konnte die Siebmaschine Jel-Konti problemlos in die bestehende Anlage eingebunden werden. Hierfür wurde der Ein- und Auslauf an die vorgelagerte Zellenradschleuse bzw. nachgelagerte Fass-Abfülleinheit angepasst. Um bei einem Siebwechsel die Produktzu- oder abführung nicht unterbrechen zu müssen, verfügt die Jel-Konti über stirnseitig ausziehbare Siebeinleger.
Der Phoenix erhebt sich
Zur Powtech präsentiert der Schüttgutspezialist aus Ludwigshafen eine Konzeptstudie, die die nächste Generation von Siebmaschinen einläuten wird. Als Multipurpose-Siebmaschine erfüllt die in der Entwicklung befindliche Jel Phoenix wichtige Anforderungen beim industriellen Sieben von morgen. Anpassungsfähig, produktschonend, und kostensparend in Betrieb und Wartung vereint die Siebmaschine Leistungsstärke, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit in einer Maschineneinheit. Durch die gestapelte Anordnung der Siebeinleger verfügt die Jel Phoenix über einen geringen Footprint und ermöglicht darüber hinaus einen schnellen Siebwechsel, da die Einleger ohne Anheben einfach nach vorne herausgezogen werden können. Die Funktionsweise und technischen Details der Jel Phoenix sowie weiterer Maschineninnovationen können auf der Messe in Augenschein genommen werden.
Mit der eingesetzten Fass-Abfülleinheit ist es möglich, selbst unterschiedliche Fassgrößen zu befüllen. In diesem Fall erfolgt die Befüllung in Fässer, welche mit einem Inliner ausgelegt sind. Diesen bildet ein Endlosschlauch aus, der von einer Schlauchpatrone am Abfüllkopf abgezogen wird. Das Verschließen und Trennen der Inliner erfolgt durch ein an der Abfüllwaage montiertes Schweißgerät. Vorteil des Foliensystems ist, dass der Bediener nicht mit dem Produkt in Berührung kommt. Des Weiteren verhindert der Endlosschlauch durch Einschluss von Produktresten im Inliner das Nachrieseln von Produkt auf den Boden. Falls kein Endlosschlauchsystem zum Einsatz kommt, bietet sich der Einsatz des pneumatisch betätigten Nachrieselschutzes Jel-Flow Stop an. Dieser verfügt über geteilte Klappenhälften, die in geöffnetem Zustand aufeinander liegen, sodass die dem Bediener zugewandte Seite nicht mit dem Produkt in Berührung kommt. Sind die abgefüllten Gebinde für den Handel bestimmt, erfolgt das Abfüllen nach den gültigen Eichgesetzen.
Neben dem reinen Anlagenbau übernahm Engelsmann auch das komplette Engineering der Anlage: Das Conceptual Engineering mit der Projektdefinition, dem Entwickeln von Verfahrenskonzepten, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und der groben Terminplanung über das Basic Engineering mit detaillierten Verfahrensbeschreibungen, verfahrenstechnischer Grobdimensionierung und Kostenschätzung bis hin zum Detail-Engineering zur Planung der Steuerungs-, Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik mit Anfragen von Equipment und Komponentenauswahl sowie Fertigung von CAD-Planungen in 3D.
Stand: 08.12.2025
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