Abwasserreinigung

Mikroplastik überfordert Kläranlagen und ruft Forscher auf den Plan

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Sipernat 2200 PC und Sipernat 22 PC sind bei der International Natural and Organic Cosmetics Association als naturidentisch gelistet. Das heißt: Die Substanz (hier Kieselsäure bzw. SiO2) gibt es bereits in der Natur, selten aber in der industriell geforderten Reinheit. Chemisch ist die synthetisch amorphe Kieselsäure identisch mit den in der Natur vorkommenden Kieselsäuren.

Aufgrund des technischen Produktionsverfahrens bei Evonik ist die synthetisch amorphe Kieselsäure jedoch von wesentlich größerer Reinheit als die natürlichen Kieselsäuren. Im Vergleich zu anderen Ersatzstoffen für Polyethylen sei die Spezialkieselsäure Sipernat auch eine ökonomische Alternative, so der Anbieter.

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Initiative Mikroplastik gegründet

Wie überfordert sind die Kläranlagen mit Mikroplastik? Das diskutierte die Fachwelt am 18. November letzten Jahres bei Fraunhofer Umsicht. Auch hier lautete eines der Ergebnisse: Mehr Informationen sind notwendig!

Carmen Nickel vom Institut für Energie- und Umwelttechnik in Duisburg, stellte die Eigenschaften von Nanomaterial und Mikroplastik gegenüber und möchte bereits etablierte Methoden und Erkenntnisse vom einen in den anderen Bereich überführen: Etwa, dass eine Abschätzung über die reine Masse des Mikroplastiks im Abwasser nicht unbedingt aussagekräftig sein muss. Die Oberfläche der gleichen Masse an Partikeln vergrößert sich um ein Vielfaches, je kleiner die Partikel sind. Und umso größer die Oberfläche ist, desto mehr Schadstoffe können sich prinzipiell an ihr anlagern.

Jürgen Bertling, Abteilungsleiter Werkstoffsysteme bei Fraunhofer Umsicht, stellte heraus, dass vor allem die Entstehung von Mikroplastik durch Verwitterung von Kunststoffen bislang noch viel zu wenig untersucht ist. Nichtsdestotrotz sieht er vor allem aufgrund der Langlebigkeit von Polymeren (10 000 Jahre und mehr) eine drastische Reduktion des Mikroplastikeintrags als zwingend erforderlich – nicht zuletzt aus einem ästhetisch verstandenen Umweltschutz. Bertling zeigte darüber hinaus, dass die Bestimmung der Mikroplastikmenge in hohem Maße von einer korrekten Ermittlung der Partikelgrößenverteilung abhängig ist. Andernfalls könne die Gefährdung schnell um zwei bis drei Zehnerpotenzen unter- oder überschätzt werden.

Vorgeschlagen und akzeptiert wurde eine „Initiative Mikroplastik“ – weitere Aktivitäten sind also zu erwarten.

„Mikroplastik ist Teil eines globalen Umweltproblems, das wir mit Plastikabfällen haben“, sagt die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Laut einer Studie für das UBA werden pro Jahr bundesweit etwa 500 Tonnen Mikroplastik in Kosmetika eingesetzt. Die Hersteller zeigen sich einsichtig, wollen künftig auf solche Polymere verzichten.

* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.

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