Energieanlage Merck legt Grundstein für Energiezentrale in Darmstadt
Merck hat in Darmstadt den Grundstein für eine neue Energiezentrale gelegt, welche die Strom-, Wärme- und Kälteerzeugung für die pharmazeutische Produktion und Forschung des Standorts sicherstellen soll.
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Darmstadt – Mit dem Bau einer weiteren Energiezentrale, die unter anderem den Kältebedarf der chemischen Betriebe und Labore von Merck in Darmstadt decken soll, wird im Herbst dieses Jahres begonnen. Die beiden Energiezentralen sind ein wichtiger Beitrag zur Bestands- und Zukunftssicherung des Stammsitzes. Rund 27 Millionen Euro investiert Merck in beide Projekte. Ab 2014 sollen die Anlagen sukzessive in Betrieb gehen.
In der neuen Energiezentrale wird Kälte, Strom, Druckluft und Wärme sehr effizient erzeugt und den Betrieben zur Verfügung gestellt. Dadurch kann gleichzeitig der Ausstoß von Kohlendioxidemissionen um rund 2500 Tonnen pro Jahr am Standort reduziert werden – das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 440 durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalten. Merck hat sich im Jahr 2009 zum Ziel gesetzt, die gesamten direkten und indirekten Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 % zu senken – gemessen am Stand von 2006.
Während das bestehende Erdgaskraftwerk am Standort heute bereits ungefähr 60 % der benötigten elektrischen Energie selbst erzeugt, wird sich dieser Anteil ab 2015 auf rund 70 % erhöhen. Das Besondere der Energiezentrale, deren Bau nun beginnt, ist das Management dreier Technologien zur Kälteerzeugung: Dabei erzeugt ein Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung nicht nur Wärme und Strom, sondern wandelt auch die Abwärme durch eine sogenannte Absorptionskältemaschine in Kälte um.
Eis gegen Stromspitzen
Ein weiterer Teil der Kälte wird in Eis umgewandelt, das in Container-großen Tanks gespeichert wird. Der Vorteil dieser Eisspeicher liegt im Lastmanagement, also im Vermeiden besonders teurer Stromspitzen. Die Eisspeicher werden zu Zeiten mit Eis beladen, in denen ausreichende Kapazitäten im Stromnetz vorhanden sind. Wenn an warmen Tagen vor allem Nachmittags der Kühlbedarf und gleichzeitig auch der Strombedarf besonders hoch ist, kommt die gespeicherte Kälteenergie der Eisspeicher zum Einsatz: Diese kann nun zur Kühlung von Produktionsprozessen und zur Klimatisierung von Laboren und Gebäuden effektiv genutzt werden.
Eine weitere Kältequelle sind Kompressionskältemaschinen, welche die bereits vorhandenen Maschinen ergänzen. In der Energiezentrale wird außerdem Druckluft und gereinigtes Wasser für die Pharmabetriebe hergestellt. Die Energiezentrale, die im Herbst gebaut wird, wird Druckluft und Kälte für die chemische Produktion bereitstellen.
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