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Wasseraufbereitung

Membranverfahren in der Wasserwirtschaft

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Praxis-Beispiel 3

Ein Maschinenbauer betreibt in seinem Werk zwei Ultrafiltrations-Anlagen zum Aufbereiten der bei der Produktion anfallenden Emulsionen und Waschwässer. Die Anlagen halten den Grenzwert für Kohlenwasserstoffe sicher ein. Da der Rückhalt der UF-Anlagen gegenüber Schwermetallen nur als gering einzustufen ist, kam es zu Überschreitungen der Grenzwerte für Zink und Kupfer im Permeat – mit der Folge, dass die gesammelten Abwässer komplett und teuer fremd entsorgt werden mussten.

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Es kommen im Wesentlichen nur zwei Verfahren in Betracht, die nach einer UF-Anlage das sichere Entfernen von Schwermetallen gewährleisten: Die chemische Fällung/Flockung und die Nanofiltration. Nach Beratung durch die Entec Ingenieurgesellschaft entschied sich der Maschinenbauer für die Nanofiltration. Das Aufstellen und die Inbetriebnahme der Nanofilter mit einer Permeatleistung von 300 l/h und einer automatischen Anlagensteuerung dauerte eine Woche. Der Platzbedarf dieser Anlage inklusive Puffer- und Arbeitsbehälter sowie der eigentlichen Anlage beträgt nicht einmal 10 m2. Die Anlage amortisierte sich innerhalb von einem Jahr.

Praxis-Beispiel 4

Das Umweltbundesamt zählt rund 180 000 kleine Wasserversorgungsanlagen, die mehr als 700 000 Menschen mit Trinkwasser versorgen. Werden Grenzwerte gemäß Trinkwasserverordnung überschritten, sind zugelassene Aufbereitungs- und Desinfektionsverfahren einzusetzen. Die „Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren“ (UBA-Liste) gibt vor, dass vor der Desinfektion von Oberflächenwasser auf eine weitestgehende Partikelabtrennung zu achten ist. Dabei sind Trübungswerte im Bereich von 0,1 bis 0,2 FNU (Streulichtmessung nach ISO 7027) anzustreben, wenn möglich zu unterschreiten.

Hintergrund dieser Vorgabe ist, dass Trübstoffe jegliche Desinfektionsmaßnahme negativ beeinträchtigen: Bei der UV-Desinfektion verschlechtern Trübstoffe die Ausbreitung der desinfizierenden UV-Strahlen in der Bestrahlungskammer. Beim Einsatz von Chlor bzw. Chlordioxid mindern sie die Desinfektionskapazität durch Zehrung des Desinfektionsmittels. Mit dem Anstieg der Trübung ist grundsätzlich auch ein Anstieg der Belastung mit Mikroorganismen zu befürchten.

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