Anbieter zum Thema
Smarte Komponente für eine smarte Produktion
Neue Impulse entstehen aber nicht nur durch das Oursourcing, auch die zunehmende Vernetzung der Wertschöpfungsketten beeinflusst zunehmend das Geschäft. Digitalisierung, Industrie 4.0 – Zeppelin Systems und Coperion haben längst Projekte aufgesetzt, um hier am Ball zu bleiben. „Ich habe keine Zweifel, dass dies der Weg ist. Die Frage ist, wie lange es braucht“, erklärt Hofmann. „Wir wollen vorbereitet sein.“
Ein Schritt ist die Smart Component App. Damit können Wartungsmonteure Komponenten automatisch identifizieren und spezifische Informationen auf mobilen Endgeräten aufrufen. Sollten die gespeicherten Informationen nicht ausreichen, kann der Mitarbeiter sich über einen Service-Chat direkt mit Experten austauschen.
Coperion treibt das Thema Vernetzung voran und zwar sowohl innerhalb des Konzerns als auch mit den Kunden. Letzteres vollzieht sich über My Coperion. Das Extranet steht derzeit für europäische und südamerikanische Kunden zur Verfügung. Hier können diese sich immer und überall über den aktuellen Stand der Ersatzteilanfragen und -aufträge auf dem Laufenden halten. Darüber hinaus können Auftraggeber auf den digitalen Ersatzteilkatalog zugreifen und ihre Maschinendokumentation einsehen. Künftig könnten hierüber auch Track&Trace-Aufgaben, Produktwechselplanung oder auch Predictive Maintenance erfolgen. Was heute schon möglich ist, zeigt das Beispiel Wechsel von Getriebeöl in den Extrudern: Früher wechselte der Wartungsmechaniker das Öl entweder nach einem festgelegten Zeitintervall oder nach einer gewissen Zahl von Betriebsstunden. Heute überwachen Sensoren im Extruder das Getriebeöl. Sie melden dem Techniker, dass ihm z.B. noch 100 Stunden verbleiben, bis das Öl gewechselt werden muss. Der Betreiber erfährt zudem, welches Getriebeöl in welcher Qualität er benötigt.
Im Vergleich dazu erscheint die Standortvernetzung fast schon banal. „Coperion hat für die Komponentenproduktion vier Standorte, verteilt auf Deutschland, China, Indien und die USA. Um schnell und effizient zusammenarbeiten zu können, haben wir eine internationale Plattform geschaffen“, erklärt Christoph Schumacher, bei Coperion Business Unit Manager Anlagen und Systeme. Zeppelin- Geschäftsführer Hofmann sieht in solchen Tools einen weiteren Vorteil: Dank der Datenbanken würden Planung und Umsetzung nicht nur schneller, sondern auch sicherer: „Die Summe der Überraschungen hat rapide abgenommen.“
Aber Hofmanns 4.0-Vision geht weit über reine Kommunikation hinaus. Damit sich die Komponenten einer Anlage tatsächlich vernetzen, arbeitet das Unternehmen derzeit an einem smarten Controler. Dieser soll Komponenten wie Dosierern oder Mischern eine Steuerungsfunktion geben und in das Produktionssystem eingreifen. Das würde die Automationsstruktur tiefgreifend verändern. Ob die Branche dafür bereit ist, will Zeppelin auf der diesjährigen Powtech mit einem Prototyp testen.
Fazit: Die Zeiten bleiben spannend für die Apparatebauer. Der Wandel vom Komponenten- zum Systemlieferanten ist geschafft. Jetzt wartet die digitale Herausforderung.
(ID:44681335)