Elektrostatische Trennung

Kunststoffrecycling – Elektrostatische Trennung separiert auch schwarze Kunststoffe

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Anwendungsbeispiel: Kunststoffe aus dem Automobilrecycling

Die elektrostatische Separationstechnik eignet sich daneben auch für ein Recycling von Armaturentafeln. Bei der Produktion von Cockpits und Instrumententafeln für Autos entsteht produktionsbedingt eine Abfallmenge von bis zu 20 Prozent. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um hochfeste Trägerwerkstoffe wie beispielsweise SMA mit Glasfaser-Verstärkung, beschichtet mit PU-Schaum und einer „Deckhaut“, z.B. aus PVC oder PU.

Insbesondere das SMA ist ein sehr hochwertiger und teurer Kunststoff, der allein schon aus Wirtschaftlichkeitsgründen recycelt werden sollte. Allerdings sind in den meisten Fällen alle drei Kunststoffe SMA, PU-Schaum und Deckschicht schwarz eingefärbt. Die Produktionsabfälle werden zerkleinert und in einer Schneidmühle gemahlen. Durch die Reibung in der Mühle wird das PU praktisch vollständig vom SMA und vom PVC abgetrennt und kann anschließend problemlos durch Windsichtung separiert werden.

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Das Gemisch aus schwarzem SMA mit schwarzem PVC wird nun elektrostatisch separiert. Die dabei erzielbaren Reinheiten des SMA liegen bei über 99,5 Prozent, sodass dieses Produkt direkt wieder in neue Armaturentafeln eingearbeitet werden kann. Auch das Weich-PVC kann aufgrund der hohen Reinheit problemlos in neue Produkte eingearbeitet werden.

Teile von Lüftungs- und Klimaanlagen im Pkw werden zu nahezu 100 Prozent aus schwarzen Kunststoffen gefertigt. Funktionsbedingt kommen dazu verschiedene Kunststoffe zum Einsatz, häufig auch aus Verbundmaterialien. Beispielsweise wird an eine Lüftungsklappe aus Glasfaser-verstärktem PP eine elastische Dichtlippe aus TPU oder EPDM angespritzt. Beim Recycling von Produktionsabfällen bereiten diese von den Gummilippen herrührenden Verunreinigungen große Probleme und verhindern, dass das Rezyklat wieder verwendet werden kann. Bei der Zerkleinerung der Materialien in einer Schneidmühle wird die Gummilippe durch die Reibung fast vollständig abgelöst. Das Mahlgut wird nach der Entstaubung elektrostatisch separiert. Man erhält eine hoch konzentrierte PP-Fraktion.

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