Recycling und Kreislaufwirtschaft Kreislaufwirtschaft zwischen Chemischem Recycling und Batterieschrott

Quelle: IFAT 2 min Lesedauer

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Weggeschmissen wird immer – sollte man denken. Dabei tobt auch bei der Recyclern, Wiederverwertern und Kreislaufwirtschafts-Experten ein knallharter Preiskampf. Welche Rolle spielen da Trends wie das chemische Recycling oder die Kreislaufwirtschaft?

Vom 13. bis 17. Mai 2024 findet auf dem Münchner Messegelände mit der IFAT Munich die nächste Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft statt. Dabei spielt das Chemische Recycling genauso wie das Trendthema Circularity for E-Mobility eine Hauptrolle.(Bild:  Messe München)
Vom 13. bis 17. Mai 2024 findet auf dem Münchner Messegelände mit der IFAT Munich die nächste Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft statt. Dabei spielt das Chemische Recycling genauso wie das Trendthema Circularity for E-Mobility eine Hauptrolle.
(Bild: Messe München)

Nicht einmal auf den Müll ist noch Verlass, scheint es: „Bei Altpapier und Schrott erleben wir geringere Sammelmengen, eine nachlassende Nachfrage, steigende Lagermengen und sinkende Preise”, klagt etwa Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE). Nicht viel besser sieht es im Kunststoffbereich aus, wo sich Neuware und Rezyklate einen „brutalen Preiskampf” (Rehbock) liefern. Gefragt seien bei den Verwertern daher neben Effizienz vor allem neue Verfahren.

So werden etwa die Prozesse zum Kunststoffrecycling kontinuierlich leistungsfähiger und ergänzen sich, wie Plastics Europe Deutschland-Hauptgeschäftsführer Ingemar Bühler erklärt: „Wir beobachten deutliche Weiterentwicklungen bei den mechanischen Verfahren sowie substanzielle Fortschritte beim chemischen Recycling für wesentlich bessere Ausbeuten bei niedrigerem Energieeinsatz.“

Dabei macht besonders das chemische Recycling - also das Herunterbrechen der langkettigen Kohlenwasserstoffe zu einer Art synthetischem Naphtha – vor sich reden: „In den vergangenen Jahren hat das Recycling in Europa stark zugenommen. Dass in der EU aktuell 32,5 Prozent der erzeugten Kunststoffe recycelt werden können, in Deutschland sogar über 35 Prozent, liegt vor allem an modernster Abfall- und Recyclingtechnologie. Aber wir haben noch Potenziale, die es auszuschöpfen gilt“, analysiert Dr. Sarah Brückner, Geschäftsführerin des VDMA-Fachverbands Abfall- und Recyclingtechnik, die aktuelle Situation.

„Über 42 Prozent der Kunststoffabfälle werden heute weiterhin energetisch verwertet, da die Kunststoffarten miteinander verbunden oder stark verunreinigt sind“, gibt Richard Clemens zu bedenken. Der Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate fährt fort: „Hier kann chemisches Recycling – in Ergänzung zum mechanischen – helfen, diese Lücke zu schließen, um das Material noch besser im Kreislauf zu halten.“

Nicht ganz so einfach sieht die Sache beim Thema Batterien: Seit im August 2023 die neue EU-Batterieverordnung in Kraft ist, sind die Entsorger aufgeschreckt: Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) und seine Mitgliedsunternehmen sehen insbesondere die Herstellung und Nutzung sowie das Recycling von Batteriesystemen für die Elektromobilität kritisch: „Ob und wie hier ambitionierte Quoten im Recycling und beim Wiedereinsatz von Rezyklaten in den Produkten zu erreichen sind, entscheidet sich jetzt“, erklärt BDE-Präsident Peter Kurth.

Vom 13. bis 17. Mai 2024 findet auf dem Münchner Messegelände mit der IFAT Munich die nächste Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft statt. Dabei spielt das Chemische Recycling genauso wie das Trendthema Circularity for E-Mobility eine Hauptrolle..

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Dafür müsse zunächst ein gutes Zusammenwirken zwischen Produktion und Recycling gewährleistet werden. „Den Sinn der Batterieverordnung und auch des Critical-Raw-Materials-Acts – nämlich Rohstoffe in der EU im Kreislauf zu führen – werden wir nur dann erfüllen, wenn wir bei Fertigung und Konsum das Recycling von Anfang an mitdenken. Ansonsten stehen diese kritischen Ressourcen für die Energie- und Verkehrswende in der EU nicht zur Verfügung“, so Kurth weiter.

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