Malaria

Kommt der Durchbruch in der Malariabekämpfung?

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Umstrittene Gentechnik für den guten Zweck

Die in Deutschland leidenschaftlich umstrittene Gentechnik könnte bei der Malariabekämpfung ebenfalls eine Rolle spielen. Auch hier werden unterschiedliche Ansätze verfolgt. Ganz allgemein wird untersucht, wie die exponierte Bevölkerung im Laufe ihres Lebens eine Teilimmunität erwirbt.

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Die Mücken selbst sind Gegenstand der Forschung, wenn es um die Ausbreitung des Erregers geht. Männliche Anopheles-Mücken werden im Labor beispielsweise durch Strahlung sterilisiert und in die Natur entlassen. Dort begatten sie die Weibchen, die aber keinen Nachwuchs hervorbringen. Idealerweise können die Mücken-Populationen im Laufe mehrere Generationen um bis zu 80 Prozent reduziert werden.

Erreger schon in der Mücke unterdrücken

Im Inneren des Körpers muss der Plasmodium-Erreger mehrere Wachstumsphasen durchmachen – und zwar sowohl im Menschen als auch in der Stechmücke. Seine Entwicklung kann an einigen dieser Stellen unterbrochen oder so weit eingeschränkt werden, dass die Weitergabe oder eine Erkrankung unwahrscheinlich werden. Der Vorteil dieser Methoden, die keine Chemie oder Pharmazeutika brauchen, liegt vor allem darin, dass sich keine Resistenzen entwickeln können.

Aber alle diese Ansätze sind noch nicht ausgereift. Die Gentechnik trifft außerdem auf grundsätzlichen Widerstand. Gegner bringen vor, dass die Aussetzung gentechnisch veränderter Mücken einen schwer wiegenden Eingriff in das Ökosystem der Anwendungsländer bedeutet. Das ist natürlich richtig und letztlich kann niemand sicherer Vorhersagen über mögliche negative Auswirkungen treffen. Andererseits ist zu bedenken, dass auch die bislang alternativlose Verwendung von giftigen Chemikalien alles andere als umweltfreundlich ist.

Und: Es geht nicht umdas saturierte Deutschland, wo mit Gentechnik an den Erträgen von Futtermais zur Gewinnoptimierung großer Konzerne experimentiert wird. Wer wollte sich ernsthaft gegen die Anwendung aussichtsreicher Maßnahmen stellen, solange noch so viele Menschen einen eigentlich unnötigen Tod sterben?

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