Malaria

Kommt der Durchbruch in der Malariabekämpfung?

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Medikamente: mit Kombinationen gegen Resistenzen

Für die pharmakologische Bekämpfung der Malaria stehen mehrere Mittel zur Auswahl, die je nach Einsatzgebiet, benannten Resistenzen, dem Grundzustand des Patienten, vermuteten Erregertyp und Krankheitsfortschritt sowie der konkreten Verfügbarkeit vor Ort zum Einsatz kommen. Die verschiedenen Gruppen wirken auf unterschiedlichen Wegen. Bei manchen ist die genaue Wirkungsweise noch nicht einmal sicher zu bestimmen und die Behandlung beruht auf klinischen Erfahrungen. Es gibt Varianten, bei der sich die Giftstoffe, die beim Stoffwechsel des Parasiten entstehen, gegen ihn selbst wenden. Andere unterbinden seine Atmung oder Nahrungszufuhr oder bilden freie Radikale, die den Erreger angreifen. Die Wirkstoffe werden als Tablette verabreicht, bei schweren und fortgeschrittenen Infektionen auch intravenös.

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Ein zunehmendes Problem sind die Resistenzen, die die verschiedenen Erreger gegen das Arsenal an Malariamitteln entwickeln. Deshalb werden die Wirkstoffe kombiniert. Die genaue Zusammensetzung muss aber regional individuell untersucht und eingestellt werden. Auch erste Resistenzen gegen Wirkstoffkombinationen sind bekannt. Die bereits bestehenden und absehbaren Resistenzen machen deutlich, dass auch an andere Wege der Eindämmung der Malaria gedacht werden muss.

Mechanische Mückenabwehr

Von der WHO wird der Einsatz von Moskitonetzen gefördert, die oft zusätzlich mit Insektiziden behandelt wurden und die Mücken vergiften. Sie sollen über möglichst alle Schlafstätten in Risikogebieten gespannt werden, da die Mücken vor allem nachts stechen. Einige Länder geben die Netze kostenlos an die Bevölkerung ab und so ist die Abdeckung mit bis zu 88 Prozent recht groß. Allerdings machen die Menschen Anwendungsfehler, etwa weil sie nicht wissen, dass die Netze lückenlos gespannt werden müssen. Sie behindern außerdem die Luftzirkulation und werden wegen der sich stauenden Hitze gelüftet. Wenn die insektizide Wirkung nach wenigen Jahren nachlässt, bleibt zumindest die physische Abwehrfunktion der Netze erhalten.

Mit Insektiziden geht es den Mücken darüber hinaus direkt ans Leben – aber auch nützlichen Insekten. Das früher häufig verwendete DDT erwies sich schon vor Jahrzehnten als schädigend und wird daher nur noch für gezielte und räumlich begrenzte Programme verwendet. Eigens ausgebildete Einheimische besprühen die Innenwände der Hütten mit dem Gift, sodass die Mücken eingehen, wenn sie sich an daran absetzen. Aber sowohl gegen DDT als auch gegen andere klassische Insektizide, etwa Pyrethroide, entwickeln die Mücken in manchen Regionen bereits Resistenzen. Andere chemische Verfahren wie mückenabweisende Hautcremes (Repellents) werden Reisenden empfohlen, spielen aber für die einheimische Bevölkerung keine Rolle.

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