ISPE-DACH

Jubiläumskonferenz der ISPE-DACH: Was tun gegen den Kostendruck?

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Was ist künftig normal?

McKinsey-Partner Ulf Schrader hatte als Unternehmensberater eine eigene Sicht der Dinge, über die sich sicherlich treffend streiten ließe. Denn ob an eine Branche, die Produkte für die Gesundheit herstellt und deshalb unter besonderer Behördenaufsicht steht, die gleichen Produktivitätsmaßstäbe wie beispielsweise an die Automobilindustrie gelegt werden sollte, bezweifelte denn auch der ein oder andere aus dem Publikum.

Schrader stimmte das Publikum auf die „neue Normalität“ ein und monierte in seiner Keynote Speak vor allem auf die im Vergleich zu anderen Industriezweigen niedrige Produktivität. Die Pharmabranche produziere auf einem 3-Sigma-Niveau, das der Automobilindustrie sei doppelt so hoch und die Stabilität der Prozesse sei bei weitem nicht ausgereizt. Spannend auch der Einblick in die Pobos-Datenbank, die den mehr als 30 beteiligten Pharmaunternehmen einen Produktivitätsvergleich ermöglicht und deren anonymisierten Ergebnisse eine große Spreizung zeigte. Es gebe eine Gruppe von Unternehmen, die in Sachen Produktivität vorne weg maschierten, aber keines das, wie Toyota in der Automobilbranche, als Rollenmodell tauge.

Bildergalerie

Ziel Operational Excellence

Zweifellos ein wichtiger Trend ist Operational Excellence in der Pharmaproduktion. Das ist zwar kein neues Thema mehr, aber immer noch eines wo offensichtlich Handlungsbedarf besteht, wie Jörg Wassenhoven, Director Operational Excellence bei Takeda in seinem Vortrag beleuchtete. Seit 2012 ist das Management des japanischen Pharmaunternehmens dabei, in einem fünf Phasen umfassenden Prozedere einen Business Assessment Process einzuführen, mit dem Ziel Betreiberkosten zu reduzieren.

Kern der Iniative ist die Wertstromanalyse mit deren Hilfe Takeda zunächst die Top-Produkte analysiert und eine einheitliche Definition von Opex. In dreimonatigen Workshops werden die Mitarbeiter sensibilisiert und auf den Prozess eingeschworen, wobei wie bei jeder Opex-Initiative die Kunst darin liegt, den abstrakten Begriff auf konkrete Einzelmaßnahmen herunterzubrechen.

Beispielsweise erfassen die Operatoren nun Stillstandsgründe, die mehr als dreiminütige Maschinenstillstände zurfolge haben, anhand eines vordefininierten Guides. Und als großen Hebel hat man – wie nicht anders zu erwarten war – das Schnittstellenmanagement definiert.

(ID:39675190)