Interim Management Interim Management: Gesucht sind vor allem Personaler, Techniker, Controller

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Zum achten Mal in Folge präsentiert der Arbeitskreis Interim Management Provider (AIMP) seine jährliche Marktumfrage, welche auf dem AIMP-Jahresforum Interim Management 2013 vorgestellt wurde. Demnach wächst die Interim Branche weiter im Vergleich zu den Vorjahren, wenn auch verhaltener.

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Die Autoren Jürgen und Thorsten Becker präsentieren die Studienergebnisse.
Die Autoren Jürgen und Thorsten Becker präsentieren die Studienergebnisse.
(Bild: AIMP)

München – Der deutsche Maschinen- und Automobilbau sowie die Pharma- und Chemiebranche stehen für 60 % der Interim Mandate. Eingesetzt werden vor allem Personaler, Techniker und Controller. Interim Management ist in den deutschen Unternehmen etabliert und deshalb ein bewährtes Mittel insbesondere zur Vakanzüberbrückung. Vor allem auf der ersten und zweiten Managementebene, aber auch als Projektleiter werden Interim Manager gern eingesetzt.

Etablierte Lösung im HR-Management

Fast 75 % der Unternehmen im deutschsprachigen Raum kennen Interim Management als bewährte Dienstleistung im Personalgeschäft, vor allem zur Vakanzüberbrückung bei personellen Engpässen. Interim Manager sind schnell verfügbar, fachlich hochqualifiziert und verfügen über eine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit. Im Vergleich zu Unternehmensberatern konzentrieren sie sich auf die Um- und Durchsetzung der Aufgaben und Projekte in einem Unternehmen. Ungefähr ein Fünftel aller Interim Manager agiert auf der Top-Ebene, aber bereits 20 % sind der klassischen Projektarbeit zuzuordnen.

Die Tagessätze der Interim Manager steigen

Die Zahl der Interim Manager im Markt sinkt im Vergleich zum Vorjahr leicht – von 15.100 auf 14.200 Manager – bei steigenden Tagessätzen und höherer Auslastung. Der durchschnittliche Tagessatz eines Interim Managers steigt von 930 Euro (2012) auf 1.018 Euro (2013) für den Auftraggeber. Der AIMP ordnet im Rahmen seiner Analyse die Interim Manager insgesamt fünf Segmenten* zu. Die Bandbreite der Tagessätze innerhalb dieser Segmente reicht von durchschnittlich rund 650 Euro am unteren Ende bis zu etwa 1.750 Euro.

„Interim Management wird in der Euro- und Staatsschulden-Krise wieder zur kostensensiblen Chefsache. Dadurch können wir möglicherweise die gestiegenen Tagessätze erklären. Verblüffenderweise scheint jedoch für die Unternehmen oftmals der Preis ein Argument gegen den Einsatz eines Managers auf Zeit zu sein. Ein Interim Manager wird subjektiv als zu teuer empfunden, obwohl dies objektiv betrachtet in aller Regel falsch ist“, so Jürgen Becker, Geschäftsführer von Manatnet und Mitautor der Studie. „Ich kenne genügend Fälle aus der Praxis, in denen der Interim Manager ein Vielfaches seiner Kosten fürs Unternehmen hereingeholt hat. Der AIMP muss die Vorteile, die der Einsatz eines Interim Managers birgt, noch klarer kommunizieren.“

Prognose Interim Management 2013/2014: verhaltenes Wachstum

Insgesamt bewerten die Autoren Jürgen Becker und Thorsten Becker, Geschäftsführer der Management Angels, die Marktsituation als „positiv-herausfordernd“. Das zu erwartende Umsatzwachstum schätzen die Marktteilnehmer vorsichtig ein und erwarten in diesem Jahr ein Plus von 7 % und 2014 von 9 %. Somit liegt das Wachstum immer noch weit über dem Bruttoinlandsprodukt. Die Providerstudie kommt für das Interim Geschäft zu einem Marktvolumen von insgesamt 2,16 Milliarden Euro in Deutschland. Das entspricht einem Wachstum von gut 200 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

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