Grafikdesign Intelligente Software für Verpackungsdesign und Produktionsvorbereitung

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Der Blick in die Regale eines beliebigen Einzelhändlers zeigt in der Regel die Ergebnisse einer sorgfältigen Zusammenarbeit zwischen Designer, Verpackungsspezialist und Hersteller.

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Früher war die Zusammenarbeit zwischen Grafik- und Konstruktionsdesignern, Händlern, Druckern und Weiterverarbeitern wegen unstimmiger Prozesse und fehlender Dateiformatstandards kompliziert. Für ein typisches Verpackungsdesignprojekt sind zahlreiche Wiederholungen und viele verschiedene Einzelschritte erforderlich, die jeweils ein anderes Ziel verfolgen: eine für gewöhnlich in Adobe Illustrator erstellte Designdatei, eine Konstruktionsdesigndatei, die in einem anderen Programm erstellt wird, eine Produktionsvorbereitungsdatei und eine Plattenherstellungsdatei (Step and Repeat).

Unterschiedliche und inkompatible Dateiformate führen zu Komplikationen, die die Kosten steigern und die Zeit bis zur Markteinführung verzögern. Im schlimmsten Fall ist ein Händler oder Markeninhaber gezwungen, das Design zu ändern, nachdem die Plattenherstellungsdatei bereits erstellt wurde. In diesem Fall müssen möglicherweise alle Schritte – Grafikdesign, Konstruktionsdesign, Produktionsvorbereitung und Plattenherstellung – wiederholt werden. Manchmal kann die Produktionsvorbereitungsdatei allerdings auch für eine schnelle Designänderung zum Grafiker zurückgebracht werden. Selbst wenn es möglich ist, die anderen Dateiformate in Adobe Illustrator zurück zu konvertieren, können bei jeder Konvertierung Illustrator-Funktionen wie Ebenen, Transparenz und editierbarer Text verloren gehen und sich unbemerkt folgenschwere Fehler einschleichen.

Problem: erschwerte Zusammenarbeit in der Lieferkette

Ein weiteres Problem ist die erschwerte Zusammenarbeit in der Lieferkette, zu der Markeninhaber, Händler, Konzept- und Markenimagedesigner, Grafikdesigner, Konstruktionsdesigner, Layoutexperten, Stanzformhersteller, Druckvorstufenmitarbeiter, Weiterverarbeiter, Füller und Verpacker gehören. „Für eine effiziente Zusammenarbeit in der gesamten Lieferkette der Verpackungsproduktionsvorbereitung muss es möglich sein, ein Standarddateiformat auszutauschen“, so Frank Adegeest, Senior Product Manager bei Esko, einem Unternehmen für Lösungen für das Verpackungsdesign und die Produktionsvorbereitung in der Verpackungsindustrie. Eine im Mai 2002 durchgeführte Marktforschungsstudie untersuchte Trends und unerfüllte Bedürfnisse in der Produktionsvorbereitung für die Verpackungsindustrie, mit folgenden Anforderungen seitens der Markeninhaber und Händler:

Beschleunigung der Markteinführung – zu geringeren Kosten und mit weniger Fehlern;

Mehr Kontrolle über den Verpackungsdesignprozess – Markeninhaber wollen den Status der Entwicklung in jeder Phase zwischen konzeptioneller Entwicklung und Markteinführung des Produkts kennen;

Entwicklung einer globalen Infrastruktur, die Beständigkeit und Markenwert sichert und die Anzahl der an der Markenentwicklung beteiligten Vermögenswerte reduziert;

Entwürfe für innovative Verpackungen, welche die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich ziehen;

Standard- statt Eigenlösungen

Deshalb hat sich das Unternehmen entschieden, seine proprietäre Verpackungstechnologie nicht als separate Software, sondern als Module für die Designtools der Adobe Creative Suite anzubieten. „Eskos DeskPack macht aus Adobe Illustrator CS2 und Adobe Photoshop CS2 ausgewachsene Tools für das Verpackungsdesign und die Druckvorstufenproduktion“, führt Adegeest an. „Proprietäre High-End-Anwendungen für die Produktionsvorbereitung im Verpackungsbereich werden überflüssig, weil man heute alles mit Anwendungen von Adobe und Adobe PDF machen kann.“

Die Entscheidung für die Adobe Creative Suite 2 als Kernsystem für DeskPack fiel, weil die Suite den größten Marktanteil unter den Kreativen in der Verpackungsbranche habe, so der Produktmanager. „Wir haben außerdem festgestellt, dass die Mehrheit der kreativen Mitarbeiter Adobe Reader verwenden, um die Entwürfe zu prüfen und weiterzugeben.“

Um die Kommunikation in der Lieferkette bei der Produktionsvorbereitung im Verpackungsbereich zu vereinfachen, wurde außerdem ein Workflow-Server namens BackStage aufgebaut, der auf Adobe Portable Document Format (PDF)-Bibliotheken basiert. Aus einer übermittelten Adobe Illustrator-Datei erzeugt und verteilt BackStage automatisch verschiedene Dateien für die einzelnen Beteiligten in der Lieferkette. Zu diesen Dateien gehören Adobe PDF-Dateien mit umfangreichen 3D-Inhalten, die im Adobe Reader gedreht werden können, ferner Step-and-Repeat-Dateien und Berichtsdateien mit technischen Informationen – die alle durch einheitliche Metadaten ergänzt sind.

Wirkung in 3D

Esko entwickelt weitere Anwendungen auf Basis der Adobe Creative Suite 2, darunter Photoshop Plug-Ins für den Flexo- und Schmuckfarbendruck und ein 3D-Design-Plug-In für Adobe Illustrator CS2, mit dem Verpackungsdesigner die Verpackung virtuell in der Hand halten können. Es übersetzt einen 3D-Entwurf automatisch in einen 2D-Entwurf – ein Durchbruch im Verpackungsdesign. „Ursprünglich haben Designer eine 2D-Datei erstellt und sich vorzustellen versucht, wie diese in 3D aussehen würde, indem sie das Design gedruckt, geschnitten und gefaltet haben“, erklärt Adegeest. „Mit unserem Produkt namens 3-dX können sie in 3D entwerfen und zusammenarbeiten – und damit viel Zeit sparen, die Proofing-Kosten deutlich verringern und letztendlich mit reinen Mutmaßungen abschließen.“

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