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Herzstück der Instandhaltung ist der Mensch
Bei komplexen Großanlagen ist nach fünf bis sieben Jahren eine Abschaltung unvermeidbar. Doch auch in den Jahren dazwischen zählen die Wartung und Instandhaltung einzelner Geräte, Apparate und Komponenten zum Asset Management.
Welche Instandhaltungs-Philosophie für die jeweilige Anlage günstiger ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Während bei der zeitbasierten Instandhaltung im Rahmen präventiver Maßnahmen der Austausch kritischer Anlagenteile meist zu früh erfolgt, kommt die ausfallbasierte Instandhaltung natürlich immer einen Schritt zu spät. Vielfach weicht der Betreiber deshalb bei ausfallkritischen Bauteilen auf den zustandsabhängigen Ansatz aus.
Auf der Jahrestagung ‚Instandhaltung in der Prozessindustrie (Veranstalter: Chem-Academy) wurden dazu aktuelle und künftige Herausforderungen ebenso diskutiert wie Lösungsansätze – letztere vor allem in Form von ‚Best Practices.
Rembert Liebsch, Technischer Leiter bei Hüttenes-Albertus Chemische Werke, präsentierte praktische Beispiele dafür, wie ein Betreiber die Zuverlässigkeit von Anlagenkomponenten erhöhen könne:
beispielsweise führte die enge Zusammenarbeit mit einem Zentrifugen-Hersteller zu einer dreifachen Standzeit;
über ein Ideenmanagement kam man auf die Lösung, bei der Absackanlage einen Faltenbalg als Spindelschutz einzusetzen;
durch eine qualitative Aufwertung, nämlich Lager und Buchsen mit Notlaufeigenschaften zu wählen, verbesserte sich die Standzeit;
auch durch das Anpassen der Lagerhaltung (eventuell komplette Baugruppen einlagern) kann der Betreiber profitieren;
nicht zuletzt natürlich durch Einführung von Präventivmaßnahmen (Thermografie, spektrometrische Ölanalyse, Ultraschall, Endoskopie).
Um beim letzten Punkt zu bleiben: „Auch beim modernsten Überwachungssystem gilt: Am Ende entscheidet immer der Mensch“, so Liebsch. Und weiter: „Hochverfügbarkeit ist möglich – wenn man bereit ist, die Kosten dafür zu tragen.“
Im Hinblick auf den Einsatz externer Dienstleister rät er zur Kontinuität: Der Mitarbeiter des externen Instandhalters müsse im Betrieb persönlich bekannt sein. Vor-Ort-Kenntnisse seien auch für den externen Mitarbeiter wichtig, deshalb dürfe das Personal nicht zu häufig wechseln.
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