Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.
Hamburg/Hannover (dpa) *16:12 Uhr – Exxon Mobil-Beschäftigte arbeiten wieder unter Tarifverträgen
Die Mitarbeiter des Öl- und Gaskonzerns Exxon Mobil arbeiten in Deutschland wieder unter Tarifverträgen. Der US-Konzern und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) haben sich schon am Donnerstag in Hamburg auf einen Abschluss geeinigt, wie beide Seiten am Freitag mitteilten. Der Abschluss gilt demnach für die rund 800 Beschäftigten in Deutschland. Das Deutschlandgeschäft des Unternehmens wird aus Hannover und Hamburg geleitet. Wichtige Produktionsstandorte befinden sich in den niedersächsischen Gemeinden Großenkneten und Dötlingen.
Laut der IG BCE, die in Hannover sitzt, hatte Exxon Mobil vergangenes Jahr alle Tarifverträge mit der Gewerkschaft gekündigt. Die neuen Verträge sind am Donnerstag in Kraft gesetzt worden, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Die beiden Seiten haben unter anderem vereinbart, dass die Entgelte der Beschäftigten zum Februar um 2,4 Prozent steigen.
Rund 11.000 Liter Natronlauge sind bei einem Getränkehersteller in Deizisau (Kreis Esslingen) ausgetreten. Die Feuerwehr pumpte die ätzende Flüssigkeit am Donnerstagabend in einer Lagerhalle einer Firma nahe des Neckar ab, wie ein Polizeisprecher erklärte. Verletzt wurde demnach niemand. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Auch sei die Flüssigkeit nicht in die Umwelt gelangt. Der Einsatz der zahlreichen Feuerwehrleute dauerte den Angaben zufolge bis in die Morgenstunden.
Natronlauge ist eine stark ätzende Flüssigkeit, die bei Kontakt schwere Verletzungen hervorrufen kann. In der Lebensmittelindustrie kann die Flüssigkeit etwa zum Spülen von Flaschen verwendet werden. Aber auch als Zusatzstoff oder etwa auf Brezeln kommt die Flüssigkeit in überaus stark verdünnter Form zum Einsatz. Warum es zu dem Zwischenfall kam, war zunächst unklar. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf.
Das Explosionsschutz-Unternehmen Stahl will sich für die Zukunft neu aufstellen und tritt aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall aus. «Wir müssen die Verantwortung für unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen», sagte der Vorstandsvorsitzende Claus Bischoff in einer Mitteilung des börsennotierten Mittelständlers mit Sitz in Waldenburg (Hohenlohekreis). Das Unternehmen müsse sich in einer hochspezialisierten Nische behaupten, in der sich das Markt- und Wettbewerbsgeschehen abrupt nach Asien und Amerika verschoben habe. «Um hier bestehen zu können, brauchen wir schnelle, internationale und individuelle Lösungen im Personalwesen. Flächentariflösungen können uns hierbei nicht ausreichend unterstützen», sagte er.
Eigenen Angaben zufolge ist Stahl einer der führenden Anbieter für den elektrischen Explosionsschutz. Das Technologieunternehmen stellt zum Beispiel Schalter und Leuchten her, die entweder keine elektrischen Funken erzeugen oder diese vor explosiven Gas-Luft-Gemischen abschirmen. Die Kunden kommen beispielsweise aus der Öl- und Gasindustrie sowie der Pharma- und Chemiebranche. Bei Stahl sind knapp 1.700 Menschen beschäftigt. Im Jahr 2024 hatte das Unternehmen einen Umsatz von rund 344 Millionen Euro erwirtschaftet.
Schwarzheide (dpa/bb) *12:30 Uhr – Kunststoff-Recyclingwerk soll 2030 in die Lausitz kommen
Im Industriepark Lausitz in Schwarzheide soll eine neue Anlage zum Recycling von PET-Kunststoffabfällen des kanadischen Unternehmens Loop Industries entstehen. Der Betrieb sei für 2030 vorgesehen, teilte der Betreiber des Industrieparks, die BASF-Gesellschaft Infra Service & Solutions Lausitz, mit. Infinite Loop Europe plane, einen dreistelligen Millionenbetrag in die neue Anlage zu investieren und 150 Arbeitsplätze zu schaffen.
«Unsere Partnerschaft mit der Betreibergesellschaft des Industrieparks Lausitz ist für uns ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur ersten Recycling-Anlage für PET-Kunststoffabfälle in Europa», sagte der CEO von Infinite Loop Europe, Antoine Boussard, einer gemeinsamen Mitteilung zufolge. Beide Seiten unterzeichneten ein Memorandum of Understanding, hieß es. «Die Kreislaufwirtschaft ist für uns ein zentraler strategischer Zielmarkt mit hoher Relevanz für die Zukunftsfähigkeit unseres Standortes», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der BASF Infra Service & Solutions Lausitz, Jürgen Fuchs.
Stand: 08.12.2025
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Ziel ist es, PET-Kunststoffabfälle aufzubereiten und vollständig recyceltes PET in Neuware-Qualität bereitzustellen. PET (Polyethylenterephthalat) ist ein weit verbreiteter Kunststoff, der hauptsächlich aus Erdöl gewonnen wird, aber recycelt werden kann. Er wird vor allem für Getränkeflaschen verwendet.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) sagte zum geplanten Projekt: «Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten der Chemiebranche ist diese geplante Investition ein starkes Signal.» Wirtschaftsförderer hätten hart um diese Investition gerungen, so der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg, Steffen Kammradt. Die Infinite Loop Europe ist ein Joint Venture von Loop Industries mit Hauptsitz in Kanada und der Reed - Société Générale Group.
BASF in Ludwigshafen kündigte am Mittwoch an, künftig mehrere Dienstleistungen in einem neuen globalen Knotenpunkt (Hub) in Indien zu bündeln. Auch vom Berliner Standort sollen Stellen dorthin verlagert werden. Es geht um den Bereich Global Business Services – zum Beispiel IT und Finanzen. Auf die Frage, inwieweit auch der BASF-Standort in Schwarzheide betroffen ist, sagte ein Sprecher, zum jetzigen Zeitpunkt könnten noch keine konkreteren Informationen genannt werden. «Die detaillierte Planung beginnt erst gerade.»
Der Chemiekonzern BASF leidet seit einiger Zeit unter Nachfrageschwäche und gesunkenen Preisen. Im Stammwerk Ludwigshafen hat das Unternehmen Anlagen stillgelegt sowie konzernweit mehrere Sparprogramme inklusive Stellenabbau gestartet.
Der Pharmakonzern Roche hat in Penzberg sein neues Diagnostik-Innovationszentrum eröffnet. Rund 300 Millionen hat das Unternehmen in den 23.000 Quadratmeter großen Neubau investiert, wie es mitteilt. Dort sollen rund 1.000 der insgesamt 7.700 Mitarbeiter am Standort eine neue Heimat finden.
«Unsere Investition in Penzberg ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland», sagt der Chef der Roche-Gruppe, Thomas Schinecker. «Indem wir Forschungsideen schneller in die Marktreife überführen, stärken wir gezielt die Wettbewerbsfähigkeit Europas und leisten einen wichtigen Beitrag zur resilienten Gesundheitsversorgung in einem zunehmend volatilen globalen Umfeld.»
In dem neuen Zentrum will Roche an In-vitro-Diagnostika für mehrere Bereiche arbeiten, Beispielsweise für Alzheimer und Multiple Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten sowie an spezifischen Testverfahren für die personalisierte Medizin.
Herzstück des Gebäudes ist laut Roche der vollautomatisierte «Cube» (Würfel) ein zentrales Probenlager, in dem 2,5 Millionen biologische Proben bei minus 80 Grad Celsius gelagert werden. Sie bilden demnach die Grundlage für die Entwicklung neuer Tests, die Optimierung bestehender Verfahren und sorgen dafür, dass Diagnosen zuverlässig, schnell und reproduzierbar sind.
Berlin (ots) *09:01 Uhr – Geheimdeal mit Chemiekonzern Solvay nach Klimagas-Skandal: Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Regierungspräsidium Stuttgart
Im Skandal um extrem hohe Emissionen des Klimakiller-Gases Schwefelhexafluorid (SF6) durch den Chemiekonzern Solvay reicht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Klage gegen das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Stuttgart ein. Gegenstand ist ein geheim gehaltener Vertrag zwischen der Behörde und Solvay zum «engmaschig überwachten Testbetrieb». Dieser Geheimdeal konterkariert möglicherweise einen sofort vollziehbaren Bescheid zur Emissionsminderung, den die Behörde wenige Tage zuvor erlassen hatte.
Genaueres ist der DUH nicht bekannt, denn die Inhalte des Vertrags werden nicht offengelegt. Die DUH fordert die vollständige Offenlegung des Vertrags. Unter Berufung auf das Recht der Umweltinformationsfreiheit will die Umweltorganisation klären, auf welcher rechtlichen Grundlage und mit welchen Zugeständnissen Solvay weiter in Bad Wimpfen in Betrieb ist.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:«Der Ende vergangenen Jahres bekanntgewordene Vorfall beim Chemiekonzern Solvay ist einer der größten bekannten Emissionsskandale mit dem Klimagas SF6. Nach dem Klimagas-Skandal hat das Regierungspräsidium erst einen Bescheid erlassen, um dann wenige Tage später einen Vertrag mit dem Verursacher Solvay zu schließen. Dies stinkt zum Himmel. Das Gesetz sieht für die Informationsfreigabe eine Frist von einem Monat vor. Diese ist nicht eingehalten. Das ist ein eklatanter Verstoß gegen Transparenz und Rechtsstaatlichkeit. Deshalb ziehen wir jetzt vor Gericht.»
Das Regierungspräsidium verweigert der DUH die Herausgabe des Vertrags mit Verweis auf laufende staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Nach Auffassung der DUH ist dies unzulässig. Denn das Regierungspräsidium hätte innerhalb einer Monatsfrist bei der Staatsanwaltschaft anfragen müssen, ob diese Einwände gegen die Freigabe des Vertrags hat. Außerdem besteht ein überwiegendes öffentliches Interesse an Transparenz nach einem der größten bekannten SF6-Emissionsskandale.
Beim Chemiekonzern Solvay wurden im vergangenen Jahr hohe SF6-Emissionen bekannt: Statt der vom Unternehmen gemeldeten rund 56 Kilogramm pro Jahr lagen die tatsächlichen Emissionen vermutlich bei etwa 30 Tonnen jährlich. Dies entspricht einem Klimaschaden von fast
730.000 Tonnen CO2. SF6 ist das klimaschädlichste Treibhausgas der Welt und verbleibt über Jahrtausende in der Atmosphäre.
Daraufhin hatte das zuständige Regierungspräsidium verbindliche Vorgaben zur Emissionsminderung angeordnet und für sofort vollziehbar erklärt. Dagegen klagte Solvay. Zu dem Verfahren ist die DUH aufgrund sachdienlicher fachlicher Expertise beigeladen. Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft aufgrund einer von der DUH im Dezember gestellten Strafanzeige gegen Verantwortliche bei Solvay.
11.02.2026
Antwerpen/Köln (dpa) *16:15 Uhr – Ineos-Chef warnt vor dem Ende von Europas Chemieindustrie
Der Chef des britischen Chemiekonzerns Ineos, Jim Ratcliffe, hat vor drastischen Folgen hoher Kosten für Europas Chemiebranche gewarnt. «Die Industrie ist derzeit dabei herunterzufahren», sagte der Manager laut einer vorab verbreiteten Mitteilung beim Treffen europäischer Industrievertreter mit Politikern im belgischen Antwerpen. «Ohne eine Chemieindustrie können wir keine Krankenhäuser betreiben, wir können keine Menschen ernähren und wir können uns nicht verteidigen –das ist entscheidend für die nationale Sicherheit.»
Binnen zwei Jahren hätten in Europa 101 Industriestandorte dichtgemacht, 25 Millionen Tonnen Chemie-Kapazität hätten Europa verlassen und mehr als 75.000 Menschen ihre Jobs verloren, sagte Ratcliffe und stellte den Klimaschutz-Nutzen von Europas Politik infrage. Diese führe nicht zu einer Reduzierung globaler Emissionen, sondern zu einer Erhöhung solcher. «Europa hat Emissionen nicht gesenkt, sondern es hat sie exportiert. Produktion wurde in die USA und nach China verlagert, wo die Kohlenstoffintensität viel höher ist.»
Der Manager monierte, dass Energiepreise in Europa viermal höher seien als in den USA. Steigende CO2-Kosten und schwacher Handelsschutz verschreckten Investitionen. «Europas Chemieindustrie kann diese Bedingungen nicht überleben.»
Der britische Chemiekonzern hat in den vergangenen Jahren mehrere Standorte in Europa geschlossen, vergangenes Jahr kündigte er die Schließung von zwei Werken in Rheinberg (NRW) an. Der Konzern stellt Chemikalien her, die für die Herstellung von Medikamenten, Mobiltelefonen, Agrarprodukten oder Autoteilen genutzt werden. In Köln hat Ineos mehr als 2500 Beschäftigte.
Berlin (ots) *11:21 Uhr – TrumpRx erhöht den Druck auf deutsche Pharmaunternehmen mit US-Geschäft
Mit dem Launch der Online-Plattform TrumpRx.gov vergangene Woche setzt die US-Regierung ihre Strategie zur drastischen Senkung von Arzneimittelpreisen in die Praxis um. Über die neue Webseite sollen Patientinnen und Patienten in den USA künftig günstiger an Arzneimittel gelangen. Derzeit sind 40 Arzneimittel gelistet, weitere sollen folgen. Die Plattform ist Teil einer umfassenden Initiative zur Senkung der Arzneimittelpreise in den USA. Im Mai letzten Jahres hatte die US-Regierung die Umsetzung eines «Most Favored Nation
(MFN)»- Prinzips angekündigt. Danach sollen sich die US-Arzneimittelpreise an denen vergleichbarer Länder orientieren.
Deutschland gilt dabei explizit als Referenzland.
«TrumpRx schafft Fakten und zeigt einmal mehr, mit welchem Tempo und mit welcher Entschlossenheit die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden. Die amerikanische Preispolitik setzt die deutschen Pharmaunternehmen mit US-Geschäft unter Druck. Die Marktmacht und Exportintensität in die USA sind zu groß, als dass Deutschland von TrumpRx nicht massiv betroffen wäre», warnt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
«Unternehmen werden ihre Preis- und Markteintrittsstrategien zwangsläufig neu bewerten müssen - mit der Folge, dass Deutschland bei der Einführung neuer Arzneimittel zurückfallen oder ganz leer ausgehen könnte. Wir müssen verhindern, dass die Transformation des US-Marktes zu Lasten der Patientenversorgung in Deutschland geht», so Brakmann abschließend. «Die Entwicklungen in den USA und ihre Auswirkungen auf den Pharmastandort Deutschland brauchen richtungsweisende und ressortübergreifende Antworten der Bundesregierung beim laufenden Pharmadialog.»
Pharma Deutschland sieht die Gefahr, dass die rasanten Veränderungen des globalen Pharmamarktes dazu führen, dass innovative Arzneimittel später oder gar nicht in Deutschland oder Europa vermarktet werden, um niedrige Preisreferenzen zu vermeiden und den US-Preis zu schützen. Bereits heute besteht gegenüber den USA ein spürbarer
Innovationsrückstand: Seit 2015 sind insgesamt über 100 Substanzen gar nicht mehr in Europa zugelassen worden. Aktuell gibt es 19 Arzneimittel mit Breakthrough-Status, die in den USA, aber nicht in Deutschland, verfügbar sind. Somit gerät die schnelle und langfristige Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel für deutsche Patientinnen und Patienten durch TrumpRx zusätzlich unter Druck.