Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

IG BCE fordert sichere Jobs bei Wandel der Chemieindustrie

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01.10.2021

Miami (dpa) *15:09 Uhr – Corona-Mittel halbiert Risiko für sehr schwere Verläufe

Ein neues Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck reduziert bei Risiko-Patienten einer klinischen Studie zufolge deutlich die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe. Man wolle sich so schnell wie möglich um den Einsatz in den USA bemühen und auch entsprechende Anträge bei Behörden weltweit stellen, teilte der auch unter dem Namen MSD bekannte Konzern am Freitag mit. Die Arznei wird als Pille verabreicht.

In der Studie hätten Corona-Patienten mit milden bis moderaten Symptomen, die mit einem Placebo behandelt wurden, in 14,1 Prozent der Fälle innerhalb von 29 Tagen ins Krankenhaus gemusst oder seien gestorben, erläuterte Merck. In der Patienten-Gruppe, die mit dem Medikament Molnupiravir behandelt wurde, seien es mit 7,3 Prozent nur etwa halb so viele gewesen.

Die Zahlen basieren auf einer Auswertung der Daten von 775 Corona-Patienten. Alle Probanden wiesen mindestens einen Risikofaktor auf, der einen schweren Verlauf wahrscheinlich macht. In der Testgruppe, die das Merck-Medikament erhielt, habe es im Studienzeitraum keine Todesfälle gegeben. Unterdessen seien acht Menschen gestorben, die das Placebo erhielten. Die Merck-Aktie sprang im vorbörslichen Handel am Freitag zeitweise um rund acht Prozent hoch.

In der EU gibt es mit Remdesivir erst ein offiziell zugelassenes Corona-Medikament. Einige andere werden aber dennoch schon eingesetzt, wie zum Beispiel Dexamethason und Antikörper-Mittel.

Berlin/Leuna (dpa) *12:05 Uhr – Hohe Energiepreise bedrohen Produktion von Grundstoffen

Die ostdeutsche Chemie- und Pharmaindustrie blickt mit Sorge auf die steigenden Preise auf dem Energiemarkt. Besonders die energieaufwendige Basis-Chemie – also die Herstellung von Grundchemikalien wie Ethylen und Propylen – stehe davor, ihre Anlagen herunterzufahren, sagte ein Sprecher des Landesverbandes Nordost im Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag. Auch die Produktion rund um den Grundstoff Ammoniak sei von der Entwicklung am Energiemarkt besonders stark betroffen. Zunächst hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» darüber berichtet.

Eine betriebswirtschaftlich vernünftige Erzeugung von Ammoniak sei derzeit kaum möglich, schrieb dazu der Industrieverband Agrar am Freitag. Folgeprodukte seien bereits auf einem hohen Preisniveau und Kostensteigerungen könnten nur sehr begrenzt an die Endkunden weitergegeben werden, da die Unternehmen im internationalen Wettbewerb stünden.

Wenn die Strompreise weiter aus dem Ruder liefen, seien Investitionen in Gefahr, betonte der Sprecher. Gleichzeitig drohe aus den hohen Strompreisen eine Rückbesinnung auf die Kohle zu werden.

Frankfurt/Main (ots) *11:30 Uhr –Düngemittel-Hersteller beklagen hohe Energiepreise

Bei der Herstellung von Ammoniak und Stickstoffdüngemitteln ist Erdgas sowohl als Rohstoff wie als Energiequelle von entscheidender Bedeutung. Die rekordhohen Erdgaspreise stellen die Düngemittel-Industrie vor große Herausforderungen, insbesondere in Verbindung mit den stark gestiegenen Preisen für CO2-Zertifikate im Emissionshandel. Zusammengenommen lassen sie eine betriebswirtschaftlich vernünftige Erzeugung von Ammoniak derzeit nicht zu, denn Folgeprodukte wie Stickstoffdünger sind bereits auf einem hohen Preisniveau, und Kostensteigerungen können nur sehr begrenzt an die Endkunden weitergegeben werden. Dies hat bereits zu Produktionskürzungen bei Ammoniak im In- und Ausland geführt. Die im Industrieverband Agrar e.V. (IVA) und Fertilizers Europe organisierte Düngemittel-Industrie appelliert an die Bundesregierung und die EU-Kommission, eine ausreichende Versorgung mit bezahlbarem Erdgas mit hoher Priorität sicherzustellen.

Mit Blick auf die klimapolitischen Ziele der EU sowie der Mitgliedsstaaten steht die chemische Industrie im Allgemeinen und die Ammoniak- und Düngemittel-Industrie im Besonderen vor gewaltigen Herausforderungen. Um eine Treibhausgas-neutrale Produktion zu erreichen und CO2-freien, grünen Ammoniak zu produzieren, müssen ausreichende Mengen an grünem Wasserstoff verfügbar sein und Produktionsanlagen umgebaut werden. Dies kann nur gelingen, wenn die Hersteller die notwendigen Investitionskosten erwirtschaften können und nicht durch einen ungleichen Wettbewerb aus dem Markt verdrängt werden.

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