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Talente für Performance Materials gesucht
Ähnlich aktiv wie Boehringer Ingelheim ist auch die Merck-Gruppe. Neben den Geschäftsbereichen Life Sciences und Healthcare nutzt auch der Performance Materials seit kurzem die Möglichkeit, über Partnering-Konzepte die Produktentwicklung zu befruchten. Das Volumen von Merck Ventures, dem Venture Capital Fonds der Gruppe wurde 2016 verdoppelt, um auch jenseits des Healthcare-Sektors aktiv zu werden. 300 Mio. Euro verwaltet es in vier Bereichen: neben den genannten Merck-Geschäftsgebieten auch in New Business. Unternehmen werden typischerweise von der Seed- (Vorgründungs-)Phase bis zur Series-B-Phase (zweite Wachstumsfinanzierung, Expandierungsphase) unterstützt. Daneben wird auch die Gründung von Merck-Spin-offs vorangetrieben. Offiziell ist Merck Ventures durch eine „Chinesische Mauer“ vom Merck-Geschäft getrennt. Doch das Mandat ist klar: Es soll in Technologien und Produkte investiert werden, die sich auf die Kernbereiche von Merck positiv auswirken.
„Wir bewundern Unternehmer für ihr Talent, aus Wissenschaft, Technologie und Ideen Produkte zu erschaffen, die Patienten helfen, Industrien revolutionieren oder unser Leben verändern. Unsere Finanzierung geht Hand in Hand mit unserem Engagement, ihnen zu helfen, ihre Vision in eine der großartigsten Ideen von morgen umzusetzen”, sagt Roel Bulthuis, Senior Vice President & Managing Director Merck Ventures. Mitglieder seines Teams übernehmen dazu bei Bedarf auch die Rolle eines Interims-CEO oder eine Position in der Entwicklung. Als Early-Stage-Investor führt es Portfolio-Firmen auch mit Co-Investoren zusammen. Und es bietet Zugang zu den F&E-Ressourcen der Merck-Gruppe, im Idealfall auch zu deren Vermarktungsressourcen.
Das aktive Merck-Portfolio umfasst derzeit noch hauptsächlich Pharma- und Biotech-Startups. Doch Performance Materials-Startups bekommen nun auch eine Chance, etwa das französische Unternehmen Aveni, das im Oktober 2017 eine Kapitalerhöhung von 10,5 Millionen Dollar von Merck Ventures und bestehenden Investoren in der Serie-B-Finanzierungsrunde vermelden konnte. Das Unternehmen hat mit seiner „Electrografting“-Chemie neue Wege für die Halbleiter-Metallisierung gefunden. Neben Aveni wächst auch Alcan Systems, ebenfalls im Merck-Portfolio, gerade aus der Startup-Phase heraus. Das deutsche Unternehmen hatte im Seed-Funding aus dem Exist-Programm (Exist: Förderprogramm des BMWi) 650.000 Euro erhalten. Dem Unternehmen, das smarte, ultraflache Low-cost-Antennen für Schiffe, Flugzeuge, Züge und autonom fahrende Autos entwickelt, erhielt – nach der Fertigstellung eines Prototypen – 7,5 Millionen Euro von Merck Ventures und weiteren Investoren. Zu den Portfolio-Firmen im Sektor New-Business gehört Akili, ein Unternehmen, das Videospiel-artige therapeutische und diagnostische Ansätze zur Behandlung kognitiver Störungen entwickelt. 2016 stieg Merck Ventures als Eigenkapitalgeber in die Serie-B-Phase mit ein.
VC-Kandidaten beweisen sich im Accelerator
Doch Merck agiert nicht nur als Venture Capitalist. Starthilfe gibt auch der Merck Accelerator: in Form von einer Finanzierung in Höhe von bis zu 50.000 Euro, Zugang zu Räumlichkeiten und Einrichtungen sowie zu Experten. Das Mentoring-Angebot im Merck Innovation Center in Darmstadt umfasst auch spezifische Schulungen, bei denen Gründer lernen können, wie sie an Kapital kommen oder ihr Geschäftsmodell internationalisieren. Bis zu zwölf Teams haben hier Platz, zusammen mit Merck-Forschern. Denn im Innovation Center werden auch bereichsübergreifende Entwicklungen, die aus den Standard-F&E-Abteilungen herausgezogen werden, vorangetrieben.
Derartige Accelerators nutzen mehrere Chemie- und Pharmafirmen, unter anderem natürlich auch, um Kandidaten für ihr Venture Capital-Programm zu identifizieren. Bei Bayer nennt sich das Programm je nach Geschäftsgebiet und Forschungsschwerpunkt zum Beispiel Grants4Targets (Pharma, Pflanzenschutz), Grants4Traits (Pflanzenschutz) oder Grants4Apps (Digital Health). Die Bedingungen sind ähnlich: Grants4Apps bietet ein Mentorenprogramm auf Bayer-Campussen weltweit. Der Grants4Apps-Accelerator in Berlin unterstützt zudem mit bis zu 50.000 Euro Zuschuss (englisch = grant). Unbezahlbar dürfte in jedem Fall das Netzwerk sein, dass die Gründer nutzen können.
Sechsstellige Zuschüsse und Partnering für Neugründungen
Startups, die die Förderangebote im Rahmen des Bayer-Open-Innovation-Programms nutzen wollen, können eine Suchmaske auf der Website https://innovate.bayer.com/ nutzen. Wer die gewünschte Art der Zusammenarbeit, das Fachgebiet (von A wie Agriculture bis V wie Veterinary Sciences) und den Typ der eigenen Organisation (Einzelperson, Startup, kleines/großes Unternehmen, Universität/Forschungsorganisation) angibt, erhält Vorschläge für eine Zusammenarbeit mit oder Unterstützung durch Bayer. Zurzeit laufen etwa die Bewerbungsphasen von Grants4Targets Crop Science und Grants4Traits mit Zuschuss-Möglichkeit von jeweils zwischen 2.500 und 50.000 Euro sowie von Grants4Targets Pharmaceuticals (bis 31. März 2018) mit Zuschüssen zwischen 5.000 und 125.000 Euro.
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