Energieversorgung Gasturbinenanlage verbessert Energieversorgung im Industriepark Höchst
Infraserv Höchst investiert 70 Millionen Euro in den Ausbau der Energieversorgung. Die neue Gasturbinenanlage soll den Industriepark energieautark machen.
Anbieter zum Thema

Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth hat gemeinsam mit Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr die neue Gasturbinenanlage im Industriepark Höchst in Betrieb genommen. Infraserv Höchst investierte rund 70 Millionen Euro in die hochmoderne Anlage, die mit zwei Gasturbinen mit jeweils rund 50 Megawatt elektrischer Leistung ausgestattet ist. Ebenso wie das bestehende Kraftwerk wird die Anlage, mit der die Energieversorgungs-Infrastruktur des Industrieparks Höchst weiter optimiert wird, in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben.
Damit sei ein besonders hohes Maß an Energieeffizienz verbunden, und der Kohlendioxid-Ausstoß deutlich geringer, berichtet die Industrieparkgesellschaft. Im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung emittiert die neue Gasturbinen-Anlage 224 000 Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr – die Investition von Infraserv Höchst ist somit auch ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz in der Rhein-Main-Region. Für den Industriepark Höchst ist die neue Anlage von großer Bedeutung: Mit der Inbetriebnahme ist der Standort weitgehend energieautark.
Anlage könnte 200 000 Haushalte mit Strom versorgen
Andre Hawkridge erläuterte das technische Konzept der Anlage. Die beiden Gasturbinen, deren elektrische Leistung von jeweils 50 Megawatt zur Stromversorgung einer Stadt mit 200 000 Haushalten genügen würde, drehen sich mit 6600 Umdrehungen pro Minute. Über Transformatoren wird der dabei erzeugte Strom in das Hochspannungsnetz des Industrieparks eingespeist. Die Wärme der 550 Grad heißen Gasturbinenabgase wird in dem nachgeschalteten Abhitzekessel genutzt, um pro Stunde 130 Tonnen Hochdruckdampf, 30 Tonnen Niederdruckdampf und 135 Tonnen Heißwasser zu erzeugen. Diese Wärmemenge würde ausreichen, um 10.000 Einfamilienhäuser zu beheizen. Der Hochdruckdampf wird mit 120 bar in den vorhandenen Dampfturbinen zur Stromerzeugung genutzt. Der Niederdruckdampf wird in das Versorgungsnetz des Industrieparks eingespeist und dient der Versorgung der produzierenden Chemie- und Pharmaunternehmen, die in vielen Produktionsbereichen auf Prozessdampf angewiesen sind.
Neue Konzepte optimieren Energieversorgung
„Der Industriepark Höchst ist nicht nur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für Frankfurt und die Rhein-Main-Region, sondern als besonders dynamischer und innovativer Forschungs- und Produktionsstandort auch ein echtes Aushängeschild für unsere Stadt“, sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth. Gerade im Bereich der Energieversorgung seien die von Infraserv Höchst als Betreibergesellschaft realisierten Konzepte zukunftsweisend. „Die signifikante Reduzierung der CO2-Emissionen durch die besonders effiziente Energieerzeugung hat eine Vorbildfunktion für andere Industriestandorte und zeigt, wie industrielle Wertschöpfung und praktizierter Klimaschutz in Einklang gebracht werden können.
Ihr Beispiel macht deutlich: In Frankfurt wird nicht nur über Nachhaltigkeit geredet, hier wird Nachhaltigkeit praktiziert.“ Auch vor dem Hintergrund der Bewerbung der Main-Metropole um den Titel als „European Green Capital“ seien die im Industriepark Höchst getätigten Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz besonders wertvoll.
Meilenstein bei der Umsetzung des Energiekonzeptes
Dr. Roland Mohr hob die Bedeutung des 70-Millionen-Euro-Projektes für die Energieversorgung des Industrieparks hervor. „Mit der Inbetriebnahme dieser Anlage haben wir das Ziel erreicht, weitgehend unabhängig von externen Stromlieferungen zu sein. Diese Unabhängigkeit von den Entwicklungen des Strommarktes ist für unsere Kunden sehr wichtig und ein entscheidender Erfolgsfaktor im globalen Standortwettbewerb von großer Bedeutung.“ Die Inbetriebnahme der Anlage sei daher ein wichtiger Meilenstein bei der Realisierung des Energiekonzeptes für den Standort, bei dem die Kraft-Wärme-Kopplung eine zentrale Rolle spielt.
Die vom Gesetzgeber favorisierte Erzeugung von Wärme und elektrischer Energie sei die effizienteste und somit umweltfreundlichste Form der Nutzung fossiler Energieträger. In dem Infraserv Höchst die am Standort benötigte Energie konsequent in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt und zudem die Abwärme aus den bestehenden Produktions- und Verbrennungsanlagen konsequent nutzt, werde ein erheblicher Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geleistet. Allein die Abwärmenutzung reduziert den CO2-Ausstoß pro Jahr um 210 000 Tonnen.
Dr. Roland Mohr betonte, dass die Investition in die neue Anlage nur ein Beitrag von vielen Klimaschutzaktivitäten sei. „Energieeffizienz ist für uns Tagesgeschäft. Wir betrachten dieses Thema zwar in erster Linie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, denn der effiziente Umgang mit teurer Energie spart den Unternehmen in energieintensiven Branchen Geld. Doch wir praktizieren Energieeffizienz eben auch, weil wir uns als Unternehmen und als Industriestandort unserer Verantwortung für unsere Umwelt bewusst sind und wir als großer Industriestandort viel für die Reduzierung der CO2-Emissionen tun können.“
Daher habe sich Infraserv Höchst bei der Entscheidung über den Ausbau der Energieerzeugungskapazitäten für eine Variante entschieden, die im Vergleich zu konventionellen Lösungen zwar deutlich teurer sei, aber eben auch effizienter und umweltfreundlicher. Der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen sei bei Infraserv Höchst fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Dies komme nicht nur in großen Investitionsprojekten zum Tragen, sondern auch in vielen kleinen Maßnahmen.
(ID:30238660)