Nanotechnologie

Fünf Gründe, die die Nanotechnologie ausbremsen

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4. Erschließen der gesamten Wertschöpfungskette: Schon zum Einstieg in die Praxisberichte legte Prof. Iden den Finger in eine tiefe Wunde der Nanotechnologie: „Die Industrie, aber auch die Forschung haben große Probleme, mit ihren Ergebnissen und Nanomaterialien bis zum Ende der Wertschöpfungskette vorzudringen. Anwender – vor allem KMUs – finden keinen Ansprechpartner.“

Die rege Diskussion in Frankfurt zeigt, dass die Anwenderindustrien, aber auch die Halbzeug-Hersteller einen sehr hohen Aufwand betreiben müssen. Das betrifft zum einem die Anschaffung geeigneter Apparate und zum anderen den Aufbau fachlicher Expertise. Hier gelte es die Forschungspolitik anzupassen, so die Meinung des Auditoriums. Die Umstellung auf Nano bedarf einer Förderung direkt vor Ort. Anwender bleiben häufig im tradierten Produktionsverband. Wer mit Nanomaterialien arbeitet, muss jedoch meist gänzlich neue Wege gehen. Es gilt also Nanotechnologie in diesen Strukturen zu etablieren.

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5. Sicherheitsdiskussion und Image: Die Frage nach der Sicherheit von Nanotechnologie wurde bereits frühzeitig und gewissenhaft geführt. Doch für Iden hat sie ein Level erreicht, das die Innovationsbereitschaft lähmt. Statt Klarheit zu schaffen, verunsichern neue Studien und Richtlinien oft Verbraucher und die Anwenderindustrien. Als Beispiel führt Iden u.a. das Unternehmen Jack Wolfskin an, das im Februar 2010 nach der Veröffentlichung eines UBA-Reports auf die Produktion von Nano-Tex-Produkten verzichtete, dafür aber nun PFCs verwendet. „Alles was die Chemie bisher an Nanotechnologie in den Markt gebracht hat, ist sicher“, stellt Iden klar. Dennoch bleibt die Angst vor dem Nano-Label bestehen.

Und nun?

Trotz aller Schwierigkeiten haben Nanotech-Spezialisten wenig Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn in diversen Wissenschaften fungiert die Nanotechnologie als Treiber: Materialwissenschaften, Katalyse, Analytik, Kolloidik sowie Grenz- und Oberflächenchemie. Hier entsteht der Nährboden für nachhaltige Materialentwicklungen in den Bereichen Energie, Pharma, IKT, Chemie sowie in den verarbeitenden Industrien. Die Branchen Energie und Medizin beispielsweise suchen nach multifunktionalen Materialien. Die Chemie wiederum entwickelt für neue, nachhaltige Prozesse verbesserte Katalysatoren. Die Nanotechnologie wird bei der Lösung dieser Aufgaben eine zentrale Rolle spielen.

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