Prozessautomatisierung Ethik und Verantwortung in der Prozessautomatisierung
Ein Plädoyer für ein neues Selbstverständnis von Ingenieuren: Im Folgenden präsentiert PROCESS wesentliche Aussagen aus dem beim Automationskolloquium des ZVEI in Aachen lange diskutierten Vortrag von Dieter Schaudel.
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(Einleitung der Redaktion: Wie bitte, wird da mancher Leser jetzt gedanklich nachfragen: Ethik? Was hat denn ein Planer, ein Ingenieur mit Fragen der Ethik zu tun? Sollte der nicht ganz einfach sauber planen, präzise Berechnungen durchführen und zuletzt dem Auftraggeber eine funktionierende, effizient arbeitende Anlage übergeben?
Der Autor dieses Beitrages, Dieter Schaudel sieht den Ingenieur hier in einer höheren Verantwortung, greift gar zu Immanuel Kant, dessen Kategorischer Imperativ fordert: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Gewiss hat Kant bei seiner Formulierung im 18. Jahrhundert nicht an die Ethik eines Ingenieurs im 21. Jahrhundert gedacht. Sein Kategorischer Imperativ gewinnt aber angesichts einer immer komplexeren, nur von Spezialisten durchschaubaren Technik und der drängenden Frage, wie wir die Energieversorgung langfristig lösen und unseren Kindern eine intakte Umwelt hinterlassen, eine beängstigende Aktualität.
Schaudel bezieht in seine Überlegungen übrigens dezidiert nicht Themen wie Korruption, unethisches Führungsverhalten oder unfairen Wettbewerb ein. Er konzentriert sich in der Tat auf die Ethik des Ingenieurs.)
Ein Plädoyer für ein neues Selbstverständnis von Ingenieuren
Wer sich über das Thema „Ethik und/oder Automatisierung“ gewundert haben sollte, wird vermutlich überrascht sein, dass es weltweit derzeit über 100 so genannte Ehrenkodizes für Naturwissenschaftler, Mediziner und Ingenieure gibt. Manche sind auf wenigen Seiten kurz und knackig, andere auf über 200 Seiten schlicht unlesbar.
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