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Integriertes Engineering

Erfolgsfaktoren für den Einstieg ins digitale Engineering

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Auf dem Endgerät des Nutzers befinden sich letztlich also nur „Bildschirmdaten“, keine physischen Daten. Dadurch können auch mehrere Nutzer gleichzeitig flüssig am Modell arbeiten. Backups werden im Minutentakt erstellt. Die datenintensive Arbeit, die eigentliche Prozessanlagenmodellierung, geschieht auf den Servern im abgesicherten Gendorfer Rechenzentrum. Während der Nutzer am Ostseestrand oder im amerikanischen Seattle in Sekundenschnelle mit Bildschirmdaten hantiert, laufen zwischen den Servern im Rechenzentrum Übertragungsraten von 10 Gigabit. Durch diese IT-Architektur hängt für den Nutzer die Virtualisierung nicht länger von seiner Netzwerkbandbreite ab.

Manche Unternehmen scheuen die Nutzung neuer Digital Engineering Plattformen, da dies bedeuten kann, dass Abertausende Datensätze von einem alten in ein neues System umgezogen werden müssen. Auch das ISG-Engineering stand vor dieser Herausforderung: Wurde bisher die Elektro-, Mess- und Regeltechnik mit dem CAE-System Aucoplan 6 projektiert, kommt jetzt das Nachfolgesystem Engineering Base als notwendiger Schritt hin zum digitalen Engineering zum Einsatz.

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Migration im Eiltempo

Die bestehenden Planungsdaten mussten also verlustfrei von dem alten ins neue CAE-System migriert werden, ohne den laufenden Produktionsbetrieb zu beeinträchtigen und ohne zeitraubende, manuelle Nacharbeit. Die Techniker konfigurierten dafür eine Migrationsschnittstelle, mit der Tausende Attribute und Datenstammsätze von einem System ins andere überführt werden konnten. Trotz der gigantischen Rechenleistung konnte die eigentliche Migration der Daten an nur einem Wochenende realisiert werden.

Im Infraserv Gendorf Engineering arbeiten die Planer seit über eineinhalb Jahren erfolgreich in der vollintegrierten Planungsumgebung. Seit der Implementierung werden rund 1500 bis 2000 Rohrleitungen digital verwaltet.

Allein die Zeitersparnis bei der Arbeitsvorbereitung und -planung, bei der Dokumentation sowie bei der Projektbewertung liegen je nach Komplexität des Projektes zwischen 20 und 40 Prozent. Da der Datenfluss in beide Richtungen läuft, also nicht nur von der Planung bis zur Montage, sondern auch von der Rohrbiegemaschine zurück zum Modell, spiegelt das Modell stets den tatsächlichen Ist-Zustand wider, was den Aufwand der Dokumentation erheblich erleichtert.

Gendorf CAX 4.0 steht statt einer Vielzahl voneinander losgelöster Planungsprozesse für ein durchgängiges Engineering. In die Entwicklung sind dabei die jahrelangen Erfahrungen aus Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Bautechnik, Prozessautomatisierung und Instandhaltungsmanagement eingeflossen. Entsprechend praxisorientiert ist die Planungsumgebung und auf die Bedürfnisse von Industrie- bzw. Chemieanlagenbauer zugeschnitten. Das Paket aus Engineering, IT-Architektur und Lizenzabwicklung ist für mittelständische Unternehmen eine Chance, ohne riesige Eigeninvestitionen in das digitale Engineering einzusteigen.

* * Der Autor ist Leiter des Engineerings bei Infraserv Gendorf, Burgkirchen. Kontakt: Tel. +49-8679-7-4363

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