Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemikalie ausgetreten – Zwölf Menschen in Klinik

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14.11.2024

Grünwald (dpa) *08:31 Uhr – Dermapharm wächst dank Markenarzneien

Der Arzneimittelhersteller Dermapharm kann weiter auf ein florierendes Geschäft mit Markenmedikamenten bauen. Der Umsatz stieg konzernweit in den ersten neun Monaten um knapp drei Prozent auf 890,1 Millionen Euro, wie das SDax-Unternehmen in Grünwald mitteilte. Dabei profitierte der Konzern auch von einer Übernahme, zudem ging es bei der französischen Tochter Arkopharma zuletzt wieder aufwärts.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel zwar aufgrund von Lohnsteigerungen und gestiegenen Kosten leicht auf gut 240 Millionen Euro. Unter dem Strich stieg das Konzernergebnis hingegen auch wegen eines besseren Finanzergebnisses auf knapp 93 Millionen Euro, nach 64 Millionen vor einem Jahr. Dermapharm verkauft unter anderem Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine und Naturarzneien.

Mit den ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2024 sei man äußerst zufrieden, sagte Konzernchef Hans-Georg Feldmeier. «Vor diesem Hintergrund blicken wir sehr optimistisch auf das letzte Quartal und sind zuversichtlich, dass wir unsere Prognose für 2024 erreichen werden.»

Darmstadt (dpa) *07:40 Uhr – Boom um Künstliche Intelligenz und Arzneien treiben Merck an

Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck lässt seine Schwächephase nach dem Corona-Boom hinter sich. Im dritten Quartal sorgte ein sich in Teilen erholendes Geschäft mit Halbleitermaterialien beim Dax-Konzern für Auftrieb, Schub gab etwa die anziehende Nachfrage rund um Anwendungen für Künstliche Intelligenz. Zudem florierte das Geschäft mit Medikamenten, nachdem Merck zuletzt zwei Flops in der Medikamentenforschung verkraften musste. Auch in der Laborsparte, die zuletzt unter einer Nachfrageschwäche gelitten hatte, ging es erstmals wieder voran.

Von Juli bis September stieg der Umsatz gemessen am Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte mit gut 1,6 Milliarden Euro ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit verdiente Merck im Tagesgeschäft mehr als erwartet. Nach Steuern stieg der Gewinn um knapp zehn Prozent auf 812 Millionen Euro.

«Wie erwartet haben wir unseren Wachstumskurs im dritten Quartal fortgesetzt», sagte Vorstandschefin Belén Garijo. «Die Märkte, in denen wir tätig sind, zeichnen sich durch unverändert robuste Wachstumstrends aus.» Zuletzt hatte Merck zu kämpfen, weil die große Nachfrage von Impfstoffherstellern in der Laborsparte abgeebbt war. Im vergangenen Jahr musste Merck einen Gewinnrückgang verkraften. Für dieses Jahr ist die Wende angepeilt.

Für das laufende Geschäftsjahr präzisierte Merck die Prognosen. Demnach soll der Umsatz in der unteren Hälfte der Bandbreite von 20,7 bis 22,1 Milliarden Euro herauskommen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen erwartet das Merck um den Mittelwert der Zielspanne von 5,8 bis 6,4 Milliarden Euro.

Hanau/Kleinostheim (dpa) *04:01 Uhr – Heraeus-Tochter investiert 100 Millionen in Recycling-Anlage

Die Heraeus-Tochter Revalyu mit Sitz in Unterfranken baut ihr Geschäft mit dem Recycling weggeworfener Plastikflaschen aus. Am bestehenden Standort im indischen Nashik werden dazu 100 Millionen Dollar (aktuell 94,08 Mio. Euro) in ein neues Werk investiert, wie Heraeus mitteilte. Die erste Anlage des neuen Werkes mit einer Produktionskapazität von täglich 120 Tonnen werde nun in Betrieb genommen.

In einem Jahr solle an dem Standort eine weitere Anlage mit derselben Kapazität in Betrieb gehen. Zusammen mit dem bestehenden Werk soll dann in Nashik die nach Angaben des Unternehmens weltweit größte chemische Recyclinganlage für PET-Kunststoffe mit einer Gesamtkapazität von 280 Tonnen pro Tag entstehen. Das entspreche einer Menge von 35 Millionen gebrauchter Plastikflaschen. Das bisherige Werk hat eine Kapazität von 40 Tonnen.

Revalyu setzt chemisches Recycling ein. Diese Technologie ist nach Unternehmensangaben dem beispielsweise in den USA und Deutschland verbreiteten mechanischen Recycling überlegen. Polyethylenterephthalat (PET) werde dabei nicht nur gewaschen und klein gehäckselt, sondern darüber hinaus auf chemisch-molekularer Ebene zu einem Material verwandelt, das sauberer sei, wesentlich weniger Energie verbrauche und näher an dem ursprünglichen Ausgangsstoff liege. Aus dem wiederaufbereiteten Plastikabfall können nach Firmenangaben Textilien, PET-Flaschen, Verpackungsmaterialien, Fahrzeugteile und andere Produkte auf PET-Basis hergestellt werden.

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Revalyu mit Sitz in Kleinostheim (Landkreis Aschaffenburg) gehört mehrheitlich dem Hanauer Industriekonzern Heraeus. Das Familienunternehmen und seine Töchter sind weltweit in den Bereichen Metalle, Recycling, Gesundheit, Halbleiter und Elektronik tätig. Im Geschäftsjahr erzielte die Gruppe nach eigenen Angaben einen Umsatz von 25,6 Milliarden Euro.

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