Digital Plant

Ein digitaler Zwilling für die Chemieanlage

Seite: 3/4

Firmen zum Thema

Perfekt dokumentiert ist die halbe Miete

Auch dieser Aspekt ist wichtig: Wer eine Anlage perfekt dokumentiert, leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Know-how im Unternehmen bzw. zur Wissensvermittlung an jüngere Ingenieure.

Mit der Dokumentation stellt sich rasch die Frage: Wem gehören eigentlich die Daten? Daten sind unbegrenzt reproduzierbar und – was ja in vielen Fällen sogar ihren eigentlichen Wert ausmacht – sie können mit anderen Daten verknüpft werden. Stichwort: Aus Big Data entstehen Smart Data.

Doch wie wird Big Data zu Smart Data? Dr. Thorsten Pötter (Bayer Technology Services) beschreibt das so: Informationen sind Roh-Daten, denen über relationale Verbindungen Bedeutung gegeben wurden. Und er definiert die Anforderungen so: Die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

Nicht nur produzierende Unternehmen können Daten für Optimierungen nutzen, auch die im VDMA organisierten Großanlagenbauer sehen im Einsatz von Industrie 4.0-Technologien einen wichtigen Hebel, um die Effizienz von Prozesse zu steigern. Das ergab eine Umfrage von Maexpartners unter Top-Managern des deutschen Großanlagenbaus: Besonders groß ist das Potenzial nach Ansicht der Befragten in der Logistik, auf der Baustelle und im Engineering.

Der Datenaustausch zwischen Anlagenbauern, Lieferanten und Betreibern wird sich in den kommenden Jahren deutlich intensivieren. Damit werden neben der Datensicherheit auch Haftungsfragen sowie auch hier die Frage der Eigentums- und Nutzungsrechte an den Daten stärker in den Blickpunkt rücken.

Digitalisierung braucht Sicherheitskonzepte

Bislang nutzen Unternehmen bei vielen juristischen Problemen der Digitalisierung – etwa Geheimnisschutz, Cloud Computing oder Entwicklungskooperationen – standardisierte Muster- oder Individualverträge. Klaus Jochem, Bayer Technology Services, riet den Teilnehmern des VCI-Mittelstandstags 2016, zügig mit ihrer Geschäftsstrategie 4.0 zu beginnen, parallel aber auch eine Risikoanalyse einzuleiten.

Gerade bei der IT-Sicherheit sei der Handlungsbedarf groß, da moderne Steuereinheiten für Industrieanlagen oft mit WLAN ausgestattet seien. Sie können damit über das Internet angesteuert werden. Auch die Schwachstelle ‚Mensch‘ stellte Jochem heraus: „Weisen Sie Ihre Mitarbeitern auf Risiken hin, auch wenn Sie nicht digitalisieren möchten. Sonst schieben sie am Ende Ihre Firmendaten auf Dropbox, und Sie bekommen davon nichts mit.“

(ID:44227355)

Über den Autor