Sterilisator für Togo

Die Vision des Dr. Guy Dovi-Akué

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Infusionslösungen sind wichtig für die Heilung

Die Infusionstherapie unterstützt den Heilungsprozess eines Patienten durch die Zufuhr wichtiger Medikamente und Nährstoffe. Somit erfordern sämtliche Krankheiten, die mit Wasserverlust einhergehen, Infusionen. In Westafrika sind das vor allem Diarrhö, Malaria und Aids. „Pro Kopf werden grob geschätzt ein bis zwei Liter Infusion am Tag benötigt“, erläutert Dr. Dovi-Akué.

„Aber in Westafrika ist nicht einmal ein Fünftel davon verfügbar.“ Doch bis zum Produktionsstart musste das Unternehmen einen langen und steinigen Weg zurücklegen. Als besonders schwierig erwies sich die Finanzierung der Maschinen. „Die Zinsen der örtlichen Banken liegen bei zirka zwölf Prozent; Investoren stehen auch nicht gerade Schlange“, fasst Dr. Dovi-Akué zusammen. Mehrere Jahre lang verhandelte er mit unterschiedlichen potenziellen Geschäftspartnern.

Trotz der widrigen Umstände gelang es ihm, die für die Produktion erforderlichen Anlagen zu beschaffen. Um eine möglichst hohe Produktqualität bei den Infusionslösungen sicherzustellen, sind insbesondere die Abfüllung und die Sterilisation entscheidende Prozesse. Daher hielt Dr. Dovi-Akué es für zwingend erforderlich, die dafür benötigten Anlagen von Herstellern aus den Industrienationen zu beziehen.

Die Bosch-Tochter SBM ist auf die Entwicklung qualitativ hochwertiger Sterilisatoren spezialisiert und war dem Arzt bereits von verschiedenen Messeauftritten bekannt. Neben des guten Rufs und der hohen Maschinenqualität war die zwischenmenschliche Beziehung ausschlaggebend für die Wahl des Lieferanten. „Ich habe großes Vertrauen in das Fachpersonal von SBM“, betont Dr. Dovi-Akué.

Seit Anfang 2012 berät das Unternehmen ihn dabei, wie Do Pharma seine ambitionierten Ziele bei hoher Qualität und zu tragbaren Kosten erreichen kann. Noch im selben Jahr besiegelten die Partner auf der Achema den Kauf eines Sterilisators des Typs SWS per Handschlag.

Der Sterilisator wurde speziell für die Sterilisation von zu 100 Prozent verschlossenen Behältnissen unter Verwendung des Heißwasserberieselungsverfahrens entwickelt. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass sich Behältnisse mit temperaturlabilen Flüssigkeiten schonend in kurzen Zykluszeiten sterilisieren lassen.

Die in Poly- ethylen-Flaschen abgefüllten Infusionslösungen werden bei 108 °C sterilisiert. Der Sterilisator fasst 9500 Flaschen mit einem Füllvolumen von je 500 Millilitern, die in Stapeltassen manuell beladen und auf einem automatischen Rollengang in den Sterilisator befördert werden.

SBM lieferte die Anlage Ende 2013 nach Togo. Bei der Montage vor Ort wurde dem Projektteam erst richtig bewusst, welchen Herausforderungen sich Dr. Dovi-Akué und seine Mitarbeiter täglich stellen müssen. Einfache Werkstoffe waren entweder nicht oder nur zu sehr hohen Preisen erhältlich. Daher mussten einige dringend notwendige Materialien in Europa besorgt und nach Togo geschickt werden.

„Das gesamte Projekt hat sich vor allem aufgrund der Hürden, die wir bei der Finanzierung zu überwinden hatten, in die Länge gezogen. Aber den Großteil haben wir jetzt realisiert“, so Dr. Dovi-Akué. Noch in diesem Jahr soll die Qualifizierung und Validierung der Linie abgeschlossen werden und die Produktion von Infusionslösungen starten.

Mittelfristig plant Do Pharma auch, fiebersenkende Arzneimittel und Antibiotika herzustellen.

„SBM hat uns die ganze Zeit über sehr gut betreut und steht uns auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite. Bei der Erweiterung des Projekts werden wir das Unternehmen sicher wieder berücksichtigen“, schließt Dr. Dovi-Akué seine Ausführungen.

* * Der Autor ist Sales Director bei Schoeller-Bleckmann Medizintechnik, einem Unternehmen von Bosch Packaging Technology. Kontakt: Tel. +43-2630-312-214

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