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Schüttgut-Förderung

Dichtstromförderung — Schonende Schüttgut-Förderung ohne Wartungsaufwand

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Die Ausstattung der Förderleitung mit Boostern bietet neben der Möglichkeit der langsamen Förderung eine weitere Option: Die Förderung kann jederzeit auch bei gefüllter Rohrleitung unterbrochen werden. Dadurch kann der so genannte Endschwall vermieden werden, der immer dann auftritt, wenn am Ende des Förderzyklus die komprimierte Luft aus dem Sendegefäß die Rohrleitung frei bläst. Dadurch treten hohe Geschwindigkeiten auf, die kaum kontrolliert werden können. Unterbricht man hingegen die Förderung, wenn das Sendegefäß leer aber die Rohrleitung noch voll ist, unterbleibt dieser Endschwall. Durch die Booster wird das Produkt in der Rohrleitung während des nächsten Zyklus wieder fluidisiert, so dass die unterbrochene Förderung fortgesetzt werden kann.

Eignung bereits für 500 Schüttgüter getestet

Mit dieser Technik lassen sich sehr flexible, auf das jeweilige Produkt sowie auf die baulichen Gegebenheiten abgestimmte Fördersysteme realisieren. Dabei sind auch Förderwege von mehr als 1000 Meter Länge möglich. Von den über 500 bisher getesteten Produkten seien wenige typische Beispiele herausgegriffen:

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  • Porzellangranulat: Sprühgetrocknetes Porzellangranulat wird unmittelbar aus dem Sprühturm kommend aus insgesamt 10 Lagersilos verteilt. Von dort aus geht es dann in die Weiterverarbeitung, hier die Herstellung von Isolatoren. Durch die Förderung darf das Korn nicht zerstört werden, da es sich sonst nicht zu dichten Körpern verpressen lässt.
  • Natriumpercarbonat: Natriumpercarbonat ist das umweltfreundliche Bleichmittel, das in modernen Waschmitteln eingesetzt wird. Da es aus chemischen Gründen nur begrenzt lagerfähig ist, wird es zur Stabilisierung gecoatet, d.h. mit einem Schutzmantel versehen. Dieser Mantel darf bei der Förderung des Fertigprodukts nicht zerstört werden.
  • Stahlwerksstaub: Stahlwerksstaub ist stark abrasiv. Daher steht hier der Verschleiß der Förderleitung im Vordergrund. Hier weist die Dichtstromförderung aufgrund der geringen Geschwindigkeit enorme Vorteile in puncto Kosten und Anlagenverfügbarkeit auf.
  • Saaten: Saatgüter sind aufgrund ihrer Größe und engen Korngrößenverteilung prinzipiell einfach in der Handhabung. Die Herausforderung bei der realisierten Anlage liegen in den äußerst hohen Anforderungen an die Produktqualität sowie in der Tatsache, dass eine Anlage zur Förderung von einer Vielzahl von Produkt genutzt werden soll, ohne dass Kreuzkontaminationen auftreten.
  • Fungizid: Ein Fungizid aus einer Sprühgranulationsanlage darf keinen Feinanteil aufweisen, da dieser die Anwendungssicherheit gefährdet (Einatmen von Staub). Hier wird die Dichtstromförderung eingesetzt, um Produktverluste zu minimieren, die aufwändig recycelt werden müssen.

Wenn man vor der Neuinstallation einer Dichtstromförderung wissen will, wie sich das Produkt bei der Förderung verhält und welcher Abrieb zu erwarten ist, sind Versuche in technisch relevantem Maßstab unerlässlich. Hierzu bietet die Firma Ammag eine 40 m lange Teststrecke für Versuche an. Die Rohrleitung dieser Anlage hat 100 mm Durchmesser, die Förderleistung beträgt etwa 5000 kg/h.

Der Autor ist Leiter F&E bei Fa. Ammag GmbH

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