Sicherheitsgerichtete Steuerung Automatisierte Chemieparklogistik mit einer integrierten sicherheitsgerichteten Steuerung
Datenintegration ist das Zauberwort, um ein lückenloses Gesamtbild einer Anlage zu erhalten und Engineering, (Re-)Konfiguration, Wartung und Betrieb effizient gestalten und abwickeln zu können – egal, ob Leitsystem und sicherheitsgerichtete Steuerung einer Anlage vom selben Hersteller stammen oder nicht, ob sie getrennt oder gemeinsam ausgelegt sind.
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Die Hafenbetriebe des Standortdienstleisters Infracor im Chemiepark Marl schultern jährlich einen Warenumschlag von etwa vier Millionen Tonnen und tragen damit wesentlich zur logistischen Versorgung der Chemiepark-Unternehmen bei. Tanklager mit insgesamt 55 Tanks und einem Gesamt-Fassungsvermögen von etwa 200 000 m3 beliefern die Unternehmen mit Flüssiggas und zahlreichen flüssigen Chemikalien.
Seit 1999 verrichtet bei den Hafenbetrieben ein Leitsystem des Typs Centum CS 3000 von Yokogawa seinen Dienst, das kontinuierlich erweitert wurde. Als Release R2 installiert, wurde es 2003 auf R3 aktualisiert und wird derzeit auf R4 (Centum VP) aufgerüstet. Inzwischen ist der Großteil aller Anlagen der Hafenbetriebe in dieses Leitsystem eingebunden. „Es ist für uns entscheidend, bei der Automatisierung mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten, um unseren Kunden jederzeit optimalen Service bieten zu können“, erklärt Thomas Bagsik, EMR- und PLT-Ingenieur bei der Betriebstechnik Hafenbetriebe von Infracor.
Mit diesen steigenden Anforderungen hat sich der Automatisierungsgrad der Hafenbetriebe stetig erhöht. Das Leitsystem, das 1999 zusätzlich zum PMS (Product Movement System) mit vier prozessnahen Komponenten (PNK) und sechs Anzeige- und Bedienkonsolen (ABK, einschließlich einer Engineering-Station) für etwa 2500 E/A-Kanäle an den Start ging, hat deshalb eine Weiterentwicklung durchlaufen: Mittlerweile sind daraus rund 10100 E/A-Kanäle geworden, verteilt auf zwölf PNK, die mit Hilfe von zehn ABK, zwei Engineering-Stationen (EWS) sowie zusätzlichen Terminal-Servern (TS) in einer zentralen Messwarte überwacht werden.
Als 2006 die Einführung einer umfassenden sicherheitsgerichteten Steuerung anstand, haben sich die Hafenbetriebe für eine Lösung aus einem Guss und zugunsten des Yokogawa-Systems entschieden. Dieses umfasst inzwischen 460 E/A-Kanäle, verteilt auf sieben Steuereinheiten (S-SPS). „Uns erschien Prosafe-RS auf Anhieb attraktiv, weil es konzeptionell auf unser bereits vorhandenes Leitsystem abgestimmt war“, erläutert Bagsik. Dies ließ schon beim Engineering und der Konfiguration deutliche Vorteile erwarten.
Erste Kandidaten: zwei Tanks
Zunächst wurden zwei Tanks des Kugeltanklagers II mit Prosafe-RS instrumentiert. Sobald die S-SPS an den Systembus angebunden war, waren alle Informationen und Konfigurationsoptionen der PLT-Schutzeinrichtungen der Tanks in der rund einen Kilometer entfernten Messwarte verfügbar. Dies gilt nicht nur im Normalbetrieb, sondern auch bei Wartungseingriffen, Konfigurationsänderungen oder Fehlerbehebung. Im Vorher-Nachher-Vergleich bedeutete dies für die PNK eine deutliche Entlastung. Denn die Anbindung erfolgte zuvor über Modbus, sodass jeder E/A-Kanal ein Mehrfaches des Datenaufkommens verursachte und den Rechenaufwand in die Höhe trieb. Diese Datenverarbeitung übernimmt nun die S-SPS, die direkt über den Systembus kommuniziert.
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