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Produktion und Branchenstruktur
Die VAE besitzen die vermutlich sechstgrößten Öl- und siebtgrößten Gasreserven der Welt - mehr als 90% davon im Scheichtum Abu Dhabi. Der Großteil dieser Bodenschätze wird bislang unverarbeitet exportiert oder für die eigene Energieversorgung genutzt. Im Vergleich mit Saudi-Arabien nimmt sich die petrochemische Industrie der VAE recht bescheiden aus: Es gibt nur einen Hersteller, die Abu Dhabi Polymers Company (Borouge), ein Joint Venture von Adnoc (60%) und der Borealis AG aus Wien (40%). Das Unternehmen beliefert den Mittleren Osten, Asien und Afrika mit Polyolefine-Produkten wie Wasser-, Gas- und Industrieröhren, Strom- und Kommunikationskabeln, Verpackungen und Kfz-Teilen. Die Produktionskapazität wurde 2010 auf 2 Mio. t verdreifacht. Weitere 2,5 Mio. t sollen bis Ende 2013 hinzukommen und damit die größte integrierte Polyolefine-Anlage der Welt schaffen. Kernstücke des Borouge-3-Projekts ist ein Ethan-Cracker sowie eine LDPE- und Polyolefine-Anlage.
Ein weiterer nennenswerter Akteur sind die Ruwais Fertilizer Industries (Fertil), ein Joint Venture zwischen Adnoc und Total. Das Unternehmen produziert Ammoniak und Harnstoff. Bis 2013 sollen die bestehenden Produktionskapazitäten von 0,65 Mio. t/Jahr auf 2 Mio. t/Jahr steigen. Weitere kleinere Unternehmen sind unter anderem Cosmoplast Industrial Co., National Paints, die US-Reichhold Inc., Ajmal Perfume und Falcon Chemicals.
Die weitere Entwicklung des Sektors hängt entscheidend davon ab, ob die geplante Chemicals Industrial City in Gharbia (zuvor Taweelah) verwirklicht wird. Die Liste der angestrebten Produktionen ist beeindruckend und könnte eine Palette von nachgelagerten Industrien nach sich ziehen. Abu Dhabi hat jedoch oft schon mit tollen "Visionen" aufgewartet und dann nicht geliefert. Für das Projekt galten zuerst Neste Jacobs Oy als FEED-Auftragnehmer und Worley Parsons als Project Management Consultant (PMC). Im November 2011 wurde bekannt, dass beide nicht mehr dabei sind. Nachfolger sind noch nicht benannt.
Außenhandel
Die VAE importierten 2010 Chemieprodukte der SITC-Warengruppe 5 im Wert von 8,41 Mrd. US$, 12% mehr als 2009. Die wichtigsten Lieferländer waren Saudi-Arabien (968 Mio. US$), gefolgt von den USA (766 Mio. US$), Frankreich (752 Mio. US$), Deutschland (666 Mio. US$), der VR China (537 Mio. US$) und Indien (491 Mio. US$). Für 2011 sind noch keine Importzahlen erhältlich. Sie dürften jedoch um etwa 10 bis 12% über dem Ergebnis von 2010 liegen - ein erneuter spürbarer Anstieg.
Geschäftspraxis
Neulinge auf dem Markt haben es in der Regel schwer. Ein gutes Produkt und einen guten Preis zu haben, reicht meist nicht. Persönliche Beziehungen und die Schaffung einer Vertrauensbasis zum Kunden sind eminent wichtig. Der Aufbau solcher Beziehungen kann zum Teil lange dauern und stellt damit einen erheblichen Kostenfaktor dar. Wer auf einen lokalen Handelsvertreter setzt, muss die richtige Wahl treffen und diesen im Bedarfsfall unterstützen. Hat man auf den Falschen gesetzt, ist es sehr schwierig, diese Entscheidung zu korrigieren.
Zuständig für Zertifizierungs- und Zulassungsfragen ist die Emirates Authority for Standardization and Metrology beziehungsweise die Golf Cooperation Council Standardization Organization.
* Quelle: Germany Trade and Invest
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