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Pharmazeutische Hilfsstoffe

Wie Schmelzextrusion die Löslichkeit von Medikamenten erhöht

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Ein weiterer bekannter Wirkstoffüberzug ist Eudragit von Evonik. Das Polymethacrylat ist dem BASF-Produkt Kollicoat ähnlich und in Wasser und Speichel nicht löslich, im sauren Magensaft durch die pH-abhängige Löslichkeit aber umso besser. Die Arzneizusätze bieten zudem einen Feuchtigkeitsschutz und kaschieren den Geschmack. Soluplus habe aber auch im Vergleich zum Evonik-Polymer Vorteile, heißt es bei BASF: Wenn der Schmelzextruder ins rotieren kommt, muss die Temperatur deutlich höher steigen, damit die Glasübergangstemperatur von Eudragit 100 überwunden wird. So verkleinert sich der Einsatzbereich des Copolymerisats.

Praxistest

Wie wirksam Soluplus ist, verdeutlicht der Praxistext mit Itraconazol – eine Arznei gegen Pilzinfektionen der Haut. Im Vergleich zum reinen Wirkstoff erhöht sich die Bioverfügbarkeit eines Extrudats aus Soluplus und Itraconazol um das 26-fache. Auch im Vergleich zum Antimykotikum Sempera kann die Mischung bestehen – die Ergebnisse besagen, dass Itraconazol doppelt so schnell aufgenommen wird. Für Kolter ist vor allem die Nachfrage nach Soluplus ein Beweis für das Interesse der Industrie: „Wir haben im Vergleich zu Firmen mit ähnlichen Präparaten mehr als das dreifache unseres Hilfsstoffs abgesetzt.“ Das sei bemerkenswert, weil Firmen häufig auf bereits bekannte Hilfsstoffe zurückgreifen, weil dadurch das Zulassungsverfahren einfacher werde.

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* Der Autor ist Volontär bei PROCESS.E-Mail-Kontakt: tobias.hueser@vogel.de

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