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Flexibilisierte Massenproduktion durch Pharma 4.0
Mass Customization, die flexibilisierte Massenproduktion, ist für die Pharmaindustrie angesichts des zunehmenden Trends zu individualisierten Formulierungen ebenfalls von großer Bedeutung. Obwohl die individualisierte Medikamentenherstellung Fragen hinsichtlich der Qualität, der Chargenkonstanz und des Risikomanagements aufwirft, können nun maßgeschneiderte Therapien in kurzen Laufzeiten zu einem Preis hergestellt werden, der zuvor nur durch die Massenproduktion erreicht worden ist. Ein Hersteller testet derzeit digitalisierte Fertigungsprozesse mit analgetischen Präparaten.
Digitale Liefer- und Vertriebsketten
Die Digitalisierung der Vertriebskette (von Distributoren, über Apotheker und Einzelhändler, bis hin zu Klinikärzten und Patienten) wappnet Pharmaunternehmen besser gegen Betrugsfälle. Ein Generika-Hersteller hat beispielsweise von gefälschten Versionen seiner Präparate erfahren. Das Unternehmen führte eine verschlüsselte digitale Signatur auf seiner Verpackung ein, mithilfe derer die echten Präparate in der Verteilungskette verfolgt werden. Einrichtungen im Gesundheitsbereich können außerdem das Präparat über ein sicheres Portal in der Cloud verifizieren.
Die Integration von digitalen Informationen in die Liefer- und der Vertriebskette schafft zudem ein stark verbessertes Management von Angebot und Nachfrage. Ein Hersteller, der eine breite Palette von Therapien produziert, hat ein System zum Informationsaustausch mit Krankenhäusern eingerichtet. Die Anbindung an dieses klinische Informationssystem ermöglicht die Erfassung von aggregierten und anonymisierten Patientendaten und nutzt prädiktive Analytik, um Produktionsmengen besser zu planen. Dieser Pilot hat bereits ein hohes Maß an Genauigkeit erreicht. Die stückweise Markteinführung ist für 2020 geplant.
Finanzierungslösungen als Voraussetzung für Pharma 4.0
Das Whitepaper von SFS macht deutlich, inwiefern Industrie 4.0-Technologien wirtschaftliche Nachhaltigkeit fördern. Um von diesem finanziellen Nutzen zu profitieren, können mithilfe von maßgeschneiderten Finanzierungsmethoden Investitionen in die vierte Generation digitalisierter Technologie- und Automatisierungsgeräte vorgenommen werden. Industrie 4.0-Finanzierungsvereinbarungen bieten Lösungen für unterschiedliche Anforderungen – vom Erwerb eines einzelnen digitalisierten Geräts bis hin zur Finanzierung einer ganzen Fabrik.
Die entwickelten Finanzierungsmethoden erlauben es Unternehmen, den durch die Digitalisierung zu erwartenden Produktivitätsgewinn teilweise oder vollständig zur Finanzierung der digitalisierten Technologie zu nutzen. Mit diesen ergebnisorientierten Finanzierungsmethoden sollen die Zahlungen für die Finanzierungsraten der neuen Industrie 4.0 Technologien generiert werden. Im Wesentlichen kann die digitale Aufrüstung für den Hersteller erschwinglich und potenziell kostenneutral (oder besser) gestaltet werden.
Herstellernahe Financiers
Industrie 4.0-Finanzierungsvereinbarungen werden von herstellernahen Spezialisten angeboten, die nicht nur über detaillierte Kenntnisse darüber verfügen, wie digitale Technologie funktioniert, sondern auch wissen, wie diese Technologie in der Praxis eingesetzt werden kann, um den Produktivitätsgewinn als auch alle anderen Vorteile der Digitalisierung vollends auszuschöpfen.
Damit das beste Finanzierungspaket für die Digitalisierung des Herstellungsvorgangs gefunden werden kann – von der Ausrüstung über die Software und die Fertigungslinie bis hin zum gesamten Betrieb – sollten ganzheitliche Lösungen in Erwägung gezogen werden. Ein breites Angebotsspektrum an Industrie 4.0-Finanzierungsmethoden ist deshalb unbedingt erforderlich, damit Herstellern passgenaue Lösungen für die Erschließung des „Digitalization Productivity Bonus” angeboten werden können.
* Leiter des Commercial-Finance-Geschäfts von Siemens Financial Services (SFS) in Deutschland
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