Krieg in der Ukraine Wer geht, wer bleibt? Welche Unternehmen sich bisher aus Russland zurückgezogen haben

| Aktualisiert am 18.03.2022Von Alexander Stark

Seit Putins verheerender Invasion in der Ukraine haben beinahe 400 große Unternehmen ihren Rückzug aus Russland angekündigt – darunter auch zahlreiche Größen der Prozessindustrie. Wer hat diesen Schritt bisher vollzogen?

Anbieter zum Thema

Seit dem Überfall auf die Ukraine haben viele westliche Unternehmen Russland den Rücken gekehrt.
Seit dem Überfall auf die Ukraine haben viele westliche Unternehmen Russland den Rücken gekehrt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Würzburg – Russlands Rohstoffvorkommen haben das Land bisher zu einem wichtigen Partner für die Prozessindustrie gemacht. Seit dem Überfall des Landes auf die Ukraine haben dennoch zahlreiche Konzerne den Rückzug angetreten und ihre Geschäfte ganz oder teilweise eingestellt.

Dennoch sind einige westliche Unternehmen weiter in Russland tätig. Die amerikanische Yale University hat mehrere Dutzend Unternehmen mit besonders hohem Engagement auf den russischen Märkten ermittelt. Doch die Liste der Zögerlichen wird täglich kürzer.

Aus der Liste der Universität (Stand: 17. März) haben wir für Sie die relevanten Player der Prozessindustrie und die Konsequenzen, die sie gezogen haben zusammengefasst.

Engineering/Zulieferer

  • Atlas Copco: setzt alle Lieferungen nach Russland aus
  • Bosch: Aussetzung bestimmter Lieferungen und Anlagen
  • GE: setzt Aktivitäten in Russland aus
  • Honeywell: Aussetzung praktisch aller Geschäfte in Russland
  • Kearney: setzt Geschäfte in Russland aus
  • Linde: Stopp von Neugeschäften
  • Mettler Toledo: Aussetzung aller Lieferungen nach Russland
  • Rockwell Automation: stellt Geschäftstätigkeit in Russland ein
  • Sandvik: setzt alle Aktivitäten in Russland aus
  • SAP: setzt alle Verkäufe nach Russland aus
  • Siemens: friert Neugeschäft in Russland ein
  • Siemens Energy: friert Neugeschäft in Russland ein

Öl/Gas/Chemie

  • BASF: setzt neue Beziehungen zu Russland aus
  • BP: setzt Betrieb aus/veräußert 20 % Rosneft-Anteil
  • Centrica: Ausstieg aus dem Gaslieferabkommen mit Gazprom
  • Clorox: Aussetzung aller geschäftlichen Aktivitäten in Russland
  • Dow: Aussetzung von Investitionen und Aussetzung einiger Geschäfte
  • Eni: veräußert russische Pipeline
  • Equinor: steigt aus Joint Ventures in Russland aus
  • Exxon: verlässt Rosneft-Partnerschaft
  • Monroe Energy: setzt Partnerschaft mit Russland aus
  • Neste Oyj: setzt Käufe von russischem Öl aus
  • OMV: veräußert russische Projekte
  • Preem: setzt Käufe von russischem Öl aus
  • Shell: setzt Geschäfte in Russland aus
  • Total Energies: setzt neue Investitionen in Russland aus
  • Uniper: setzt neue Gaseinkäufe in Russland aus/ verkauft Unipro
  • Valero Energy: setzt Käufe von russischem Öl aus
  • Viva Energy: setzt Käufe von russischem Öl aus
  • Wintershall Dea: keine zusätzlichen Projekte zur Förderung von Gas und Öl; Abschreibung der Finanzierung von Nord Stream 2 in Höhe von rund 1 Milliarde Euro

Mischkonzerne/Reifenhersteller/Baustoffe

  • 3M: setzt Aktivitäten in Russland aus
  • Bridgestone Tire: Aussetzung der Produktion in Russland und von Lieferungen dorthin
  • Canadian Tire: schließt Verkaufsstellen in Russland
  • Henkel: setzt Investitionen in Russland aus
  • Michelin Tire: Einstellung der Produktion in einigen Betrieben
  • Nokian Tyres: Investitionen in Russland eingefroren
  • Procter & Gamble: setzen neue Investitionen/Werbung in Russland aus
  • Rockwool: Aussetzung bestimmter Neuinvestitionen in Russland

Lebensmittel- und Getränkeproduzenten

  • Anheuser Busch: setzt alle Lieferungen nach Russland aus
  • Budvar: Aussetzung aller Lieferungen nach Russland
  • Carlsberg: setzt neue Investitionen in Russland aus
  • Coca-Cola: setzt bestimmte Aktivitäten in Russland aus
  • Danone: setzt neue Investitionen in Russland aus
  • Heineken: setzt Geschäfte in Russland aus
  • Kellogg : setzt Lieferungen nach und Investitionen in Russland aus
  • Kraft Heinz: setzt neue Investitionen, Exporte und Importe aus
  • Mars: setzt Werbung/Neuinvestitionen in Russland aus
  • Nestlé: setzt neue Investitionen in Russland aus
  • Pepsi: setzt Geschäfte in Russland aus, ausgenommen wesentliche Produkte
  • Unilever: setzt Geschäftstätigkeiten in Russland aus

Pharma

  • Abbott Labs: Aussetzung nicht wesentlicher Geschäftstätigkeiten
  • Abbvie: Aussetzung der Aktivitäten im Bereich Ästhetik, aber keine anderen
  • Glaxo Smith Kline: Aussetzung der Werbung in Russland
  • Johnson & Johnson: Stoppt Aufnahme von Patienten in laufende Studien
  • Merck: Aussetzung der Aufnahme von Patienten in klinische Studien
  • Pfizer: Aussetzung klinischer Studien in Russland

Die vollständige, aktuelle Liste der Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit in Russland eingeschränkt haben, sowie derjenigen, die weiterhin in Russland tätig sind, finden Sie hier.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:48087913)