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Vakuumpumpen

Welche Vakuumpumpe passt zu welchem chemischen Verfahren?

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Tailor-made dank Chemiekompetenz

An dieser Stelle kommen die auf Vakuumtechnik spezialisierten Maschinenbauer ins Spiel. Einige, wie Pfeiffer Vacuum, Gardner Denver Nash, Busch Vakuumpumpen und Systeme sowie Edwards haben die chemische Industrie als eine ihrer Zielgruppen im Fokus.

Ingo Heitz, Projektingenieur für Sondersysteme bei Pfeiffer Vacuum, erklärt: „In der Regel entstehen gerade für die Anwender in der Chemie kundenspezifische Lösungen. Die Chemie hat ihre ganz eigenen Standards. Wir sehen unsere Stärke darin, das zu berücksichtigen, aber auch aufzuklären, welche Kostentreiber verzichtbar sind.“ Die Beratungsleistung umfasst nicht nur die Wahl und Auslegung des eigentlichen Vakuumsystems, das natürlich robust sein und für niedrige Cost of Ownership sorgen soll. Oft sind es Details, die für einen sicheren und nachhaltigen Betrieb sorgen.

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Heitz nennt etwa die Polycarbonatproduktion, die derzeit von mehreren Chemieunternehmen ausgebaut wird. Bei einem der üblichen Verfahren, der Schmelzkondensation von Bisphenol A und Diphenylcarbonat, entsteht Phenol. Es wird durch Unterdruck entfernt. Bei Raumtemperatur würde es Kristallnadeln ausbilden und mechanische Pumpen zusetzen. „Eine Begleitheizung verhindert das“, erläutert Heitz. Auch, wenn der Energiebedarf dadurch steigt, kann die mechanische Pumpenlösung zu günstigeren Costs of Ownership führen. Heitz schildert: „Wir sehen in zahlreichen Anwendungen beispielsweise noch veraltete Dampfstrahlpumpen, die zu hohen Betriebskosten führen. Da lohnt es sich durchzurechnen, ob sich der Ersatz beispielsweise durch eine Wälzkolbenpumpe nicht doch sehr schnell amortisiert.“

Nicht selten führten auch sicherheitstechnische Überlegungen zu Modernisierungen, so seine Kollegin Meike Strasheim, die bei Pfeiffer Vacuum den Bereich Chemie im Marktsegment Industrie betreut: „Den Themen Druckstoßfestigkeit und Atex-Zertifizierung tragen inzwischen nicht mehr nur die Chemie-Großkonzerne Rechnung. Auch immer mehr Mittelständler der Branche erkennen, dass eine sicherheitsgerichtete Auslegung der Vakuum-Anwendung nötig ist.“

Die Optimierung von Betriebskosten und Sicherheit kann oft Hand in Hand gehen. Nicht selten sind Vakuumpumpen in der chemischen Industrie bereits seit über 20 Jahren in Betrieb. Da der Originalhersteller dann in der Regel keine Ersatzteile mehr liefern kann, wird beim Betreiber gebastelt und geklebt, um sie am Laufen zu halten. Wer kann angesichts steigender Verfügbarkeitsanforderungen denken, dass diese Art der Sparsamkeit sinnvoll sein könnte? „Oft lohnt es sich, eine zweite, moderne Vakuumanlage parallel aufzubauen und die alte als Backup zu behalten“, rät Heitz, „die niedrigeren Betriebskosten führen zusammen mit der höheren Anlagenverfügbarkeit meist schnell zur Amortisation.“

Bestandsschutz ist auch im Hinblick auf die Sicherheit nicht das Nonplusultra, weiß Meike Strasheim: „Viele unserer Chemiekunden begegnen dem Thema proaktiv. Sie investieren im Sinne der Sicherheit und ersetzen alte Vakuumtechnik durch Atex-zertifizierte Pumpen.“

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