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Und noch aus einem anderen Grund empfiehlt Rachor, sich mit dem Thema jetzt zu beschäftigen: „Es lohnt sich, die durch Supply Chain 4.0 aufkommenden Innovationen zu übernehmen. Die ersten, die diese Ideen gesamtheitlich umsetzen und vernünftig verinnerlichen, werden einen deutlichen Wettbewerbsvorteil haben.“ Beispielsweise wurden in der Vergangenheit Nachfrageplanungen basierend auf Verkaufshistorien mit Statistiken optimiert, heute können mit Advanced Analytics hunderte von Einflussfaktoren, auch externe Parameter, mit einbezogen werden. Dies verbessert die Prognosegenauigkeit und es ergeben sich neue Möglichkeiten, die Supply Chain zu steuern.
Supply Chain 4.0 benötigt Impulse von außen, ist Rachor fest überzeugt, das müssen nicht unbedingt Berater sein. Es kann auch sinnvoll sein, sich mit Startups zu vernetzen oder entsprechende Talente von außen einzustellen. Der typische Nachfrageplaner in der Chemie ist irgendwie hinein gewachsen, aber er ist wahrscheinlich kein Experte für moderne statistische Verfahren. Für Predictive Analytics benötigt es jedoch einen Data Scientist, der sich mit verschiedenen Algorithmen auskennt, der statistische Verfahren anwenden kann oder der mal schnell etwas programmieren kann, um eine Idee auszuprobieren.
Darüber hinaus ist generell Innovationsfreudigkeit gefragt. Um diese zu stärken, empfiehlt Rachor den Blick auf die großen Einzelhandelsunternehmen und gibt zum Schluss einen Denkanstoß: In der klassischen Chemieindustrie werden 20 Projekte aufgesetzt, die meist alle „positiv“ abgeschlossen werden, sprich sie bleiben im Budget, sind pünktlich beendet und alle vorgesehenen Details wurden analysiert. Aber bringen diese Projekte das Unternehmen wirklich weiter? Bei einem typischen E-Commerce-Unternehmen werden beispielsweise nur sechs von 20 Projekten überhaupt beendet und dies ist gewollt und sehr effizient. Dafür sind es genau diese sechs Projekte, die tatsächlich das Unternehmen nach vorne bringen.
Erfolg durch Zusammenarbeit
Fazit: Für ein erfolgreiches Supply Chain Management ist der Blick über den eigenen Tellerrand notwendig. Und dafür genügt im ersten Schritt bereits der Blick in die Nachbarabteilung. So ist die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen (z.B. Einkauf und Lager), die bisher organisatorisch getrennt gearbeitet haben, essentiell. Dabei hat es sich als hilfreich erwiesen, sich das gemeinsame Ziel vor Augen zu halten – den Kunden und die Erfüllung seiner Anforderungen.
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