Reinigung von Mischern Was bei der Trockenreinigung konischer Schneckenmischer zu beachten ist

Redakteur: Sonja Beyer

Sauber werden Schneckenmischer auch ganz ohne den Einsatz von Wasser. Soll dabei allerdings der größtmögliche Reinigungseffekt erzielt werden, muss man die sensiblen Stellen genau kennen, die das Mischerdesign vorgibt.

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Hendrik Freije, Hosokawa Micron: „Trockenreinigung wird besonders geschätzt, wenn viele Rezepturen innerhalb einer Woche herzustellen sind, und auch dort, wo Kreuzkontaminationen zwischen unterschiedlichen Chargen unter ppm-Level bleiben müssen.“ (Bild: Hosokawa Micron)
Hendrik Freije, Hosokawa Micron: „Trockenreinigung wird besonders geschätzt, wenn viele Rezepturen innerhalb einer Woche herzustellen sind, und auch dort, wo Kreuzkontaminationen zwischen unterschiedlichen Chargen unter ppm-Level bleiben müssen.“ (Bild: Hosokawa Micron)

Wenn es um die Reinigung von Mischern geht, finden sich unter den Anwendern Anhänger zweier unterschiedlicher Philosophien: Während die einen Nassreinigung vorziehen, schwören die anderen auf Trockenreinigung. „Ein Vorteil der Trockenreinigung ist, dass der Anwender das Vorhandensein von Wasser während des Mischprozesses definitv ausschließen kann“, erklärt Hendrik Freije, Application Engineer des Food & Pharma-Teams bei Hosokawa Micron. Damit sind feuchte Stellen hinter O-Ringen und Dichtungen ausgeschlossen, die im Mischerinneren potenzielle Bakterienherde darstellen. Frejie weiß, wovon er spricht, denn sein Unternehmen besitzt langjährige Erfahrung in der Herstellung und Vermarktung von Mischern und hat verschiedene Ansätze für die unkomplizierte Trockenreinigung von Mischern entwickelt. Am Beispiel des konischen Vrieco-Nauta-Mischers von Hosokawa Micron wird deutlich, was es bei der Trockenreinigung zu beachten gilt.

Um die optimale Reinigungswirkung bei minimalem Reinigungsaufwand zu erzielen, empfiehlt sich eine nähere Betrachtung der Prozessauslegung. Hier spielen z.B. die Anzahl an Prozessbehältern, die Schritte der Materialübergabe sowie der Ort und die Anzahl der Flüssigkeitszugaben eine Rolle. Ebenfalls wichtig zur Ermittlung des Produktionsablaufs ist das Design des Mischers selbst:

  • das konische Design mit abgeschrägter Oberfläche nutzt die Schwerkraft, damit keine Pulverrückstände im Behälter verbleiben;
  • der zentrale Bodenstutzen stellt die komplette Entleerung des Mischers sicher;
  • der Mischbehälter ist aus einem Teil gefertigt und somit frei von Schweißnähten;
  • der Mischer hat völlig glatte Oberflächen;
  • bei konischen Schneckenmischern lässt sich die Mischschnecke mit offenen Schneckengewinden ausstatten.

Diese Auslegung des Mischers minimiert die Ablagerung von Produktmaterial im Mischer. Im Vrieco-Nauta-Mischer sind es drei Bereiche, in denen es zu Ablagerungen kommen kann:

  • Die Flächen oberhalb der Produktebene des befüllten Mischers. Die Hauptursache für die Verschmutzung der Mischerwände in diesem Bereich sind Staubablagerungen, die beim Befüllen, Mischen und Entleeren entstehen. Diese Flächen sind per se leicht zu reinigen.
  • Die Fläche des Behälters unterhalb der Produktebene des befüllten Mischers. Die Gefahr von Ablagerungen ist hier aufgrund der Schwerkraft und des permanenten Kontakts und der Bewegung der Pulverpartikel weit größer. (Durch die Zugabe von Flüssigkeiten zur Mischung wird die Anhaftung von Partikeln an den Mischerwänden noch verstärkt.)
  • Die Flächen der Mischschnecke, insbesondere die Unterseite der Schneckenblätter, sind besonders stark von Produktablagerungen und -ansammlungen betroffen.

Auf dieser Basis lässt sich der geeignete Reinigungsansatz für einen Standard-Mischer gut ermitteln: Der Staub im ersten Bereich ist meist leicht mit Druckluft zu entfernen. Der zweite Bereich lässt sich relativ schnell mit einem Tuch reinigen. Für die Reinigung der Schnecke benötigt der Bediener unter Umständen länger als eine Stunde und muss Werkzeuge wie Drahtbürsten einsetzen, da hier eine höhere Reibkraft zur Entfernung der fest sitzenden Ablagerungen erforderlich ist.

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