Konjunkturaussichten Vfa erwartet deutlichen Produktionsrückgang in der Pharma-Industrie

Quelle: Vfa

Anbieter zum Thema

Die Produktion der Pharmaindustrie in Deutschland wird dem Verband forschender Arzneimittelunternehmen zufolge im kommenden Jahr deutlich zurückgehen. Der Vfa rechnet in seiner Herbstprognose mit einem Minus von 2,9 %.

Die Vfa-Prognose bleibt damit deutlich hinter dem Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zurück.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Die Vfa-Prognose bleibt damit deutlich hinter dem Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zurück.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der Vfa geht in seiner Herbstprognose davon aus, dass Deutschland insgesamt in eine Rezession rutschen wird. Für die Gesamtwirtschaft geht der Verband für 2023 von einem Minus von 0,5 % des Bruttoinlandsprodukts aus. 2024 dürfte die Wirtschaft dann wieder um 1,3 % wachsen. Die Vfa-Prognose bleibt damit deutlich hinter dem Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zurück. Diese erwarten für das kommende Jahr ein Minus von 0,4 % und für 2024 ein Plus von 1,9 %.

Hauptgründe für die düsteren Konjunkturaussichten sind die hohe Inflation, die weiterhin bestehenden Lieferengpässe und die explodierenden Energiekosten. „Diese spiegeln sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den steigenden Produktionskosten wider“, sagt Dr. Claus Michelsen, Chefvolkswirt des Vfa. Darunter leidet die Pharmaindustrie besonders. „Während die Industrie insgesamt die Kostenschübe häufig als Preisaufschläge an die Abnehmer weitreichen kann, ist das in der Pharmabranche aufgrund der regulierten Arzneimittelpreise nur sehr begrenzt möglich.“ So stiegen die Absatzpreise bei Pharma im Inland zuletzt nur um zwei %, die der Industrie insgesamt dagegen um 15 %. Auch im kommenden Jahr fällt die allgemeine Preissteigerung deutlich kräftiger aus, als die der Arzneimittelpreise.

Dem Vfa zufolge schwächen die Auswirkungen des jetzt beschlossenen Gesetzes zur Stabilisierung der GKV-Finanzen die Branche zusätzlich. „Dieses Gesetz ändert die Geschäftsgrundlage der pharmazeutischen Industrie in Deutschland grundlegend“, so Han Steutel, Präsident des Verbands. So resultieren alleine aus dem sogenannten Herstellerrabatt zusätzliche Belastungen von 1,3 Milliarden Euro für 2023. Hinzu kommen gravierende Eingriffe in das Erstattungssystem. Dies verstärkt den Kostendruck und hat unmittelbar negative Konsequenzen für die Investitionstätigkeit.

Steutel warnt vor den Folgen: „Die Politik sucht händeringend nach Innovations- und Wachstumstreibern für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Eine jetzt noch stabile Branche – zudem mit großem Potenzial – massiv zu schwächen ist grob fahrlässig und widerspricht jedem ökonomischen Sachverstand.“

Die gesamte Herbstprognose wurde in der aktuellen Ausgabe des Macroccope Pharma Policy Briefs veröffentlicht.

(ID:48679617)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung