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Verdampferanlagen

Verdampferanlagen energieoptimiert betreiben

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Potenzial schlummert auch im Trocknerabdampf

Die GEA Wiegand Verfahrenstechniker haben noch einen weiteren Hebel zur Senkung des Energieverbrauchs identifiziert: Die Schlempetrocknung. Auch hier kommt es vor allem auf die geschickte Verschaltung der Abdampfströme an, denn statt den Dampf aus der Schlempetrocknung ungenutzt in die Umwelt zu blasen, kann er in den Verdampfer zurückgeführt werden und damit den Primärenergieeinsatz senken. Potenzielle Einsatzgebiete für die Nutzung des Trocknerdampfes gibt es viele. Ob bei der Verarbeitung von Holz zu Cellulose, in der Stärke-, Fisch- und Fleischindustrie oder in der Alkoholindustrie – überall wo die Masse feuchter Reststoffe durch Trocknung reduziert werden muss, entstehen Schlempen.

Bei der Bioethanolherstellung aus Weizen z.B. fällt nach der Destillation eine nährstoffreiche zunächst dünnflüssige Getreidemasse an, die erst zur Eindickung über den Verdampfer läuft und danach getrocknet wird. Was dann noch an Feststoff übrig bleibt, wird zu Tierfutter verarbeitet. Der aus den Trocknern strömende Dampf, die Trocknerbrüden, wurde jahrelang einfach in die Atmosphäre entlassen, obwohl es technisch schon lange möglich ist die Trocknerbrüden wieder in den Verdampfer einzuschleusen und so den Energiebedarf der Verdampfer zu senken.

Es gibt mehrere Gründe warum die Betreiber in der Vergangenheit diese Möglichkeit bisher selten genutzt haben:

  • Der Gesetzgeber erlaubte bislang das Abblasen in die Atmosphäre.
  • Anlagen mit Trocknerbrüden sind teurer.
  • Das technische Konzept und die Überwachung sind komplex.
  • Energie war lange Zeit preiswert.

Doch mittlerweile hat sich die Situation grundlegend geändert, da mehrere Kostenfaktoren dazu gekommen sind. Zum einen hat der Gesetzgeber die Auflagen im Hinblick auf die Geruchsemmissionen verschärft. Das zwingt Betreiber ihre Anlagen teuer nachzurüsten. Zum anderen sind die Energiepreise so rapide angestiegen, dass sich die Zusatz-investition in eine Anlage mit Trocknerbrüden schnell bezahlt macht. So kostete z.B. in Russland die Tonne Dampf im Jahr 1997 ein bis zwei Euro, im Jahr 2010 musste man für die gleiche Menge Dampf bereits sechs bis zehn Euro bezahlen und in Deutschland müssen Betreiber sogar noch tiefer in die Tasche greifen.

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