Grüner Wasserstoff für grünen Stahl
Unser Stahl soll grün(er) werden: Warum Eisen und Wasserstoff zusammengehören

Von Dominik Stephan 4 min Lesedauer

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Stahl hat ein Problem: Die Industrie gehört zu den größten Verursachern von Treibhausgasemissionen. Um den auf Kokskohle angewiesenen Hochofen grün zu bekommen, suchen die Stahlkocher Schützenhilfe bei der Verfahrenstechnik.

Ob Direktreduktion oder Carbon2Chem: Wasserstoff wird zum Schlüsselelement für die grüne Stahlproduktion.(Bild:  © thyssenkrupp Steel Europe)
Ob Direktreduktion oder Carbon2Chem: Wasserstoff wird zum Schlüsselelement für die grüne Stahlproduktion.
(Bild: © thyssenkrupp Steel Europe)

Stahl ist auch im „Plastikzeitalter“ nicht wegzudenken: Alleine in Deutschland werden jedes Jahr 40 Millionen Tonnen der Eisenlegierung hergestellt. Doch mit jeder erzeugten Tonne Stahl entstehen auch rund 1,5 Tonnen CO2, da im Hochofen Kokskohle verbrannt wird, um den Sauerstoff aus dem Eisenoxid zu ziehen.

Wer Stahl grün denken will, wird also nicht mit Ökostrom davonkommen – jedenfalls nicht ausschließlich. Es gilt, die Verfahrenstechnik ein Stück weit neu zu denken, sind Industrieexperten überzeugt. Vergleichsweise einfach wäre es, das entstandene CO2 aus dem Abgas abzuscheiden und aufzufangen, etwa durch eine nachgeschaltete Aminwäsche. Da der Kohlendioxid-Gehalt im Abgas hoch ist, ließe sich so mit vertretbarem Aufwand Kohlendioxid von großer Reinheit gewinnen, welches deponiert oder als Rohstoff weiterverwendet werden könnte.