Batteriezellentechnologie Umstrittene Standortentscheidung: Forschungsfertigung Batteriezelle entsteht in Münster
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Fraunhofer-Gesellschaft damit beauftragt, das Bewerbungsverfahren für die Forschungsfertigung Batteriezelle zu betreuen. Die Entscheidung fiel nun auf Münster, wie das BMBF bekannt gab. Aus Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen kam umgehend heftige Kritik von Seiten der Ministerpräsidenten.
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Berlin; Münster – Energiespeichertechnologien bilden das Rückgrat künftiger Entwicklungen in Wirtschaftszweigen wie der Energie- und der Automobilindustrie. Elektroautos benötigen leistungsfähige Batterien für entsprechende Reichweiten, Strom aus erneuerbaren Energien ist auf stationäre Energiespeicher angewiesen. Um die Rolle des Wirtschaftsstandorts Deutschlands hier nachhaltig auf Erfolgskurs zu führen, wurde ein interdisziplinäres Fraunhofer-Team damit beauftragt,ein Konzept für eine Forschungsfertigung Batteriezelle ausgearbeitet.
Anfang Februar 2019 wurden für die Aufstellung einer Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) deutschlandweit verschiedene Forschungseinrichtungen mit ausgewiesenen Kompetenzen auf dem Gebiet der Batteriezellkonzepte und der Batteriezellfertigung zur Einreichung von Standortvorschlägen kontaktiert. Nach einem Auswahlverfahren verkündete das BMBF nun die Standortentscheidung: Die FFB wird im nordrhein-westfälischen Münster am MEET (Münster Electrochemical Energy Technology der Universität Münster) aufgebaut. Mit der Vergabe sind 500 Millionen Euro an Fördergeldern des Bundes verbunden. Das Land NRW will zusätzlich 200 Millionen Euro beisteuern.
Heftige Kritik aus den Ländern
Die Bekanntgabe der Entscheidung hat massive Kritik aus den betroffenen Ländern hervorgerufen.In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschweren sich die Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg und NRW über die Entscheidung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). "Mit der Entscheidung für Münster, die wohl einen langwierigen Aufbau neuer Strukturen nach sich zieht, wird wertvolle Zeit im Wettlauf gegen Deutschlands Wettbewerber verloren", heißt es in dem Schreiben an Angela Merkel, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Deutschland könne es sich nicht erlauben, die an den Standorten Ulm, Augsburg und Salzgitter vorhandenen Potenziale in Zukunft ungenutzt zu lassen. Markus Söder, Winfried Kretschmann und Stephan Weil forderten Angela Merkel nun auf, die Standortentscheidung erneut zu prüfen und die Gründe der Entscheidung "transparent und nachvollziehbar" darzulegen.
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