Weiße Biotechnologie TU München eröffnet neues Technikum für Weiße Biotechnologie

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Angesichts knapper werdender fossiler Ressourcen wird die Industrielle Biotechnologie („Weiße Biotechnologie“) in Zukunft eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Herstellung von Chemieprodukten spielen. Mit dem Forschungszentrum für Weiße Biotechnologie schafft die Technische Universität München (TUM) einen starken, interdisziplinären Forschungs- und Ausbildungsschwerpunkt in diesem Bereich. Technisches Herzstück ist ein neues Technikum, das jetzt eröffnet wurde.

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Das neue Technikum des Forschungszentrums für Weiße Biotechnologie (Bild: TU München)
Das neue Technikum des Forschungszentrums für Weiße Biotechnologie (Bild: TU München)

München, Garching – Zielsetzung des neuen Forschungszentrums für Weiße Biotechnologie der TUM ist die fach- und fakultätsübergreifende Erforschung neuer Biokatalysatoren sowie die darauf aufbauende Entwicklung neuartiger Produktionsverfahren. Neun Professuren aus drei natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten der TUM arbeiten in diesem Zentrum zusammen: Bioverfahrenstechnik, Selektive Trenntechnik, Systembiotechnologie, Industrielle Biokatalyse, Biotechnologie, Biochemie, Mikrobiologie, Biologische Chemie und Chemie biogener Rohstoffe. Drei Professuren wurden hierzu neu eingerichtet und in den letzten Monaten erfolgreich besetzt.

Als eine zentrale technische Einrichtung des Forschungszentrums für Weiße Biotechnologie wurde das Technikum auf dem Forschungscampus Garching der TUM eröffnet. Vier Millionen Euro investierten die Universität und der Freistaat Bayern in Bau und Grundausstattung dieser, nach eigenen Angaben in der internationalen Hochschullandschaft einzigartigen Anlage. Sie eröffnet den Forschern den Zugang zu neuen Biokatalysatoren und Bioprodukten und ermöglicht den Studenten eine praxisnahe Ausbildung.

Fermenter mit bis zu 1000 Litern Volumen und entsprechende Einrichtungen zur Aufarbeitung der Produkte erlauben die Untersuchung der Hochskalierung vom Labor- bis in den Pilotmaßstab und bilden in Zusammenarbeit mit industriellen Kooperationspartnern die Basis für einen erfolgreichen Technologietransfer.

Der zum Wintersemester 2010/11 neu eingerichtete Masterstudiengang „Industrielle Biotechnologie“, der erste Masterstudiengang der Munich School of Engineering der TUM, trägt dem wachsenden Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren in diesem Bereich Rechnung. Interdisziplinäre Grundlagen werden individuell sowohl für ausgewählte Absolventinnen und Absolventen von Natur- als auch ingenieurwissenschaftlichen Bachelorstudiengängen vermittelt, bevor die wissenschaftliche Ausbildung in den vier Schwerpunkten Enzyme Engineering, Metabolic Engineering, Bioprocess Engineering und Bioseparation Engineering durch die Professuren des Forschungszentrums für Weiße Biotechnologie erfolgt. Der Masterstudiengang Industrielle Biotechnologie der TU München ist bundesweit einmalig und gilt als Vorreiter in Europa.

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