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Deutscher Großanlagenbau

Trendwende bei Königsdisziplin in Sicht?

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In diesen Markt drängen technologieungebundene Generalunternehmer aus Asien. Im Verband befürworte man daher ausdrücklich die jüngsten Schritte des Bundes zur Flexibilisierung der Instrumente der Exportfinanzierung und Exportkreditversicherung, so ein aktueller Pressetext. „Die fortschreitende Digitalisierung der Finanzbranche sollte nun innovativen und praxisnahen Fortentwicklungen des Hermesinstrumentariums den Weg ebnen“, begründet Nowicki die Notwendigkeit zur Anpassung an die sich rasch wandelnden Umfeldbedingungen.

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Der Wettbewerbsdruck hat in Folge dieser Entwicklung seit 2015 signifikant zugenommen. Vor diesem Hintergrund bauen deutsche Großanlagenbauer ihre Kompetenzen im Risiko-, Contract- und Claimsmanagement sowie in der Finanzierung von Projekten kontinuierlich aus. Überdies setzen sie vereinzelt neue, agile Methoden des Projekt- und Prozessmanagements ein. Wie es heißt, eigneten sich diese Methoden vor allem bei Entwicklungs- und Digitalisierungsvorhaben mit nicht exakt festgelegten Projektzielen und teils offenen Produktfunktionen als Alternative zu traditionellen Projektmanagement-Ansätzen.

Doch damit nicht genug: Teile der Branche beschäftigen sich laut VDMA auch mit dem sogenannten Integration Flow Management sowie mit bionischen Ansätzen (Viable Business Management). Mithilfe dieser Methoden sollen Projektabläufe effizient gestaltet werden, etwa indem Arbeitspakete neu modelliert und passend angeordnet werden. Positive Erfahrungen aus Branchen wie der Logistik oder der Medizintechnik hätten das dadurch erreichbare Potenzial dokumentiert. Durchlaufzeiten bei Großprojekten habe man dadurch um bis zu 10 % verkürzen können. Bei entsprechend vertraglich vereinbarten Pönalen könnten sich somit leicht Einsparungen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ergeben.

Digitale Geschäftsmodelle werden marktfähig

Man sei mittlerweile besser auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet, als noch vor wenigen Jahren und habe erste digitale Produkte am Markt platziert, so der AGAB-Sprecher. Laut einer VDMA-Umfrage rechnet die Branche mit einem positiven Einfluss dieser Aktivitäten auf die Umsatz- und Erlössituation und erwartet, dass sich die Margen im Großanlagenbau in den kommenden drei Jahren um bis zu 10 % verbessern könnten. Aber Nowicki weiß auch, dass es im Großanlagenbau keine Patentrezepte für die Einführung von Industrie 4.0 gibt. „Die Unternehmen müssen individuelle Wege finden, die das jeweilige betriebliche Umfeld und die Kundenwünsche im Blick haben“, betont der Linde-Manager.

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