Shanghai-Ranking 2012

Top 10 der besten Chemiefakultäten – Deutschland ist achtmal in den Top 100

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Die deutschen Vertreter

TU München (Platz 12)

Knapp an den internationalen Top 10 vorbei geschrammt ist die TU München. Vor allem die Chemie-Nobelpreise der TU-Absolventen Robert Huber, Johann Deisenhofer (beide 1988) und Gerhard Ertl (2007), aber auch die hohe Publikationsdichte in Fachmagazinen haben den Münchnern den zwölften Platz gesichert. Damit schneiden sie einen Rang besser ab als im Vorjahr. Die gesamte TU kommt auf einen respektablen 53. Platz

Universität Würzburg (Platz 37)

Etwas abgeschlagen landet die Fakultät Chemie der Universität Würzburg auf einem dennoch guten Platz 37. Zwar kann Würzburg insgesamt fünf Chemie-Nobelpreisträger vorweisen, allerdings nur einen der in den Betrachtungszeitraum (ab 1961) fällt. 1988 erhielt ihn Hartmut Michel zusammen mit den beiden Münchner Wissenschaftler (s.o.) für die Erforschung des Reaktionszentrums der Photosynthese bei Purpurbakterien.

Nach einer kurzzeitigen Verschlechterung auf Platz 39 im Jahr 2011 konnten die Würzburger wieder den gewohnten Rang der Vorjahre einnehmen, während sich die Position der Universität Würzburg in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechterte. Aktuell landet die Hochschule in der Gesamtwertung in dem nicht mehr genau definierten Bereich von Platz 151-200.

Universität Münster (Platz 48)

Gerade noch in die Top 50 hat es der Fachbereich Chemie der Universität Münster geschafft. Da Münster keinen Nobelpreisträger für Chemie vorzuweisen hat, wurde der 48. Platz vor allem durch eine hohe Anzahl von Publikationen erreicht.

Die restlichen deutschen Vertreter

Da das Ranking ab Position 50 nur noch in Bereiche unterteilt wird, kann für die restlichen deutschen Vertreter kein genauer Rang angegeben werden. Mit den Universitäten Göttingen, Heidelberg, Karlsruhe und Stuttgart landen vier im Bereich 51-75. Die TU Berlin erreicht einen Platz im Segment 76-100.

Einschätzung der Ergebnisse

Die rein quantitativen Betrachtungen des Shanghai-Rankings lassen einen großen Deutungspielraum zu. Nobelpreise, die 1961 vergeben wurden, beschreiben die Qualität einer Hochschule natürlich nur unzureichend. Auch die reine Anzahl an Zitatsammlungen und Publikationen sagen vorerst wenig über die Qualität der Forschungseinrichtungen aus. Allerdings bilden die Erhebungsmethoden die Forschungsaktivitäten einer Hochschule gut ab. Hier bleibt dann auch zu berücksichtigen, das amerikanische Elite-Universitäten mit einem weitaus höheren Etat in der Forschung tätig sind, als es deutschen Hochschulen möglich wäre.

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