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Intelligenz ist gefragt
So können z.B. intelligente Prozessregelungen über Advanced Control- und Optimierungskaskaden (AC&O) die Anlagenleistung thermischer Trennverfahren um 3 bis 5 % steigern und die Energieintensität um 4 bis 6 % verringern. Der ROI für AC&O-Projekte liege bei rund sechs Monaten, sagt Roghmann. Dow hat AC&O-Anwendungen in verschiedenen Produktionsanlagen implementiert, z.B. für die Herstellung leichter Kohlenwasserstoffe, Aromaten (BTX), aromatischer Derivate (Styrol), Ethylenoxid/Ethylenglykol, Proplenoxid/Propylenglykol oder von Butanol. DMCplus und Aspen Optimize sind Closed-Loop-Anwendungen, d.h. Prozessdaten werden aus der Steuerung der Anlage extrahiert und der Prozesszustand automatisch angepasst.
Dow ist auch ein Beispiel dafür, welche Rolle die digitale Anlage für das Thema Effizienz spielen kann. Der Olefinverbund in Schkopau ist Protagonist der ersten Stunde und das Vorzeigeprojekt von Prof. Dr.-Ing. Michael Schenk, Tagungsleiter und Institutsleiter des Magdeburger Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF. „Gewerkeübergreifender Datenaustausch findet bei Dow heute schon statt“, sagt Roghmann.
Gewerkeübergreifender Datenaustausch
Das bedeutet, das in der Anlagenplanung verschiedenen Gewerke (z.B. für Piping, Civil, Mechanical oder Elektotechnik) in einem Planungsmodell arbeiten. Im Detail-Engineering können so z.B. Lüftungs - und Heizungstechnik sowie Mess- und Regelungstechnik, Isolierung, VFD usw. optimal ausgelegt werden. So könne Overdesign, sog. „Happy Engineering“ vermieden werden.
„Wer mit der richtigen Strategie und den richtigen Werkzeugen auf die Suche geht, kann wahre Schätze heben“, so stimmte Gastgeber Michael Schenk zu Beginn der Tagung die Teilnehmer ein. Das Ergebnis der Schatzsuche wird für die Chemie in Europa überlebenswichtig werden.
* Die Autorin ist Leitende Redakteurin der PROCESS.
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