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Achema-Trendbericht: Chemieanlagenbau

Steigender Bedarf an Chemieprodukten lässt Chemieanlagenbau boomen

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Immer wieder sind restriktive Rahmenbedingungen für Finanzierungen und die fehlende Bereitschaft, alternative Finanzierungsleistungen anzubieten die Gründe dafür, wenn deutsche Anbieter in EPC-Projekten nicht zum Zuge kommen. Wie wichtig dieser Faktor ist, hat das Beratungsunternehmen PWC in einer aktuellen Studie festgestellt: Demnach werden in jeder vierten Projektanfrage durch den Auftraggeber auch Finanzierungslösungen angefragt.

Und obwohl die globale Chemie immer mehr investiert, fehlen dem Anlagenbau mit dem Trend zu immer größeren Anlagen zunehmend Projekte mittlerer Größenordnung. So sucht der EPC-Anlagenbau deutscher Prägung deshalb nicht nur nach Differenzierungsmerkmalen, sondern auch nach neuen Geschäftsmodellen. Die Engineeringunternehmen wollen beispielsweise ihr Geschäft mit betriebsnahen Services ausbauen und mit Technologie punkten. Und der Markt dafür wächst: Der Industriedienstleister Bilfinger schätzt, dass es bis 2020 in Europa, Nordamerika und dem Mittleren Osten über 11.000 Chemie- und Pharmaanlagen geben wird, die älter als zehn Jahre sind und für die Modernisierungsmaßnahmen erforderlich werden. Für die Unternehmen des Anlagenbaus ist das Servicegeschäft auch deshalb attraktiv, weil sie ihren Umsatz dadurch verstetigen können.

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Dazu kommt, dass der Aufbau lokaler Services die Chance birgt, nicht nur ein lokales Vertriebsstandbein für die Anbahnung von neuen Projektgeschäften zu schaffen, sondern auch für weitere lokale Aktivitäten in den Regionen der Kunden genutzt werden kann. So geht der Trend bereits seit Jahren dahin, den Anteil der lokalen Leistungen in Anlagenprojekten zu steigern. Dazu gehört einerseits die Beschaffung von Anlagenausrüstung – häufig auch im Zusammenhang mit dem Ziel des „Best Cost Country Sourcing“ – und andererseits die Besetzung von Projektfunktionen mit lokalen Kräften, von der Montage bis hin zur Projektsteuerung. Der „Local Content“ wird häufig auch von den Auftraggebern gefordert: in Asien und dem Mittleren Osten beispielsweise von Gesellschaften, die sich häufig in Staatsbesitz befinden und die auf diesem Weg die lokale Wirtschaft fördern wollen.

Digitalisierung: Differenzierung und Treiber für neue Geschäftsmodelle

Neben Services hat der Anlagenbau die Digitalisierung inzwischen als mögliches Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb erkannt. In der aktuellen Studie „Potenziale von Industrie 4.0 im Großanlagenbau“ des Verbands VDMA rechnen zudem 72 % der befragten Anlagenbauer damit, dass sich mit neuen, digitalen Produkten und Dienstleistungen höhere Umsätze erzielen lassen. Durchgängige und standardisierte Schnittstellen in den verschiedenen Gewerken des Planungsprozesses werden außerdem als Effizienztreiber gesehen.

Bislang hapert es im Engineering von Chemieanlagen allerdings an der mangelnden Daten-Durchgängigkeit: Die IT-Landschaft ist stark diversifiziert, der Aufwand für das Managen von Schnittstellen ist riesig. Dazu kommen von Unternehmen zu Unternehmen stark individualisierte Prozesse und Abläufe, die nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen erschweren, sondern auch das Etablieren von Standards, wie sie für eine erfolgreiche Digitalisierung notwendig sind.

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