Verpackungsmaschinen

So werden Verpackungsmaschinen fit für Industrie 4.0

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Flaschen, Tuben und mehr

Die Verpackungsanlage beherrscht unterschiedliche Behältnis- und Verschlusstypen: Flaschen, Tiegel, Stifte und Tuben beziehungsweise Stopfen, Tropfer, Sprühpumpen, Siegelfolien und viele mehr. Sechs unterschiedliche Dosiermodule gewährleisten die Auslegung auf die Produkteigenschaften. Funktionen wie das Ausblasen, Stanzen, Abstapeln, Heißsiegeln, Kontrollieren, Etikettieren, Vor- und Nachverschrauben, Wiegen (mit Tendenzsteuerung), Lasergravieren und andere mehr stehen zur Verfügung. Eine ideale Ergänzung können Clean-in-Place- und Robotik-Funktionen sein, die ebenso einfach zu integrieren sind.

Das Multi-Carrier-System lässt sich in die vorhandene Intralogistik integrieren. Siemens unterstützt Anwender übrigens bereits in der Design- und Konstruktionsphase bei der Modellierung und den Simulationen des Maschinendesigns.

Nachgefragt bei Martin Sauter, Geschäftsführer der Optima Consumer GmbH

Martin Sauter, Geschäftsführer der Optima Consumer GmbH: „Lineare Transportsysteme sind der richtige Weg zu mehr Flexibilität.“
Martin Sauter, Geschäftsführer der Optima Consumer GmbH: „Lineare Transportsysteme sind der richtige Weg zu mehr Flexibilität.“
(Bild: Jürgen Weller Fotografie)

Herr Sauter, Sie setzen seit 2015 in der Moduline das Multi-Carrier-System von Festo und Siemens ein. Was war für Optima der Anlass, ein lineares Transportsystem in einer Verpackungsmaschine einzusetzen?

Sauter: Die größtmögliche Flexibilität. Transportsysteme mit Linear-Antrieben bieten individuelle Bewegungsmuster an jeder Verarbeitungsstation, für jedes Format und jedes Produkt. Im ersten Projekt mit dem Multi-Carrier-Transportsystem haben wir dieses zusätzlich mit einem Puck-System kombiniert. Beide sind magnetisch miteinander verbunden. Beim Formatwechsel tauscht ein Gantry-Roboter die Pucks vollautomatisch und schnell. In Verbindung mit der Optima Moduline, in die unterschiedlichste Maschinenfunktionen (auch nachträglich) installiert werden können, erzielen wir eine bislang unerreichte Flexibilität. Der Kunde, ein bekannter mittelständischer Kosmetik-Hersteller, produziert spezifische Pflegemittel unter anderem für viele Haartypen. In der Summe entsteht eine enorme Vielfalt an Inhaltsstoffen, Behältnistypen und Etikettierungen für die internationalen Märkte – wir sprechen somit von sehr kleinen Losgrößen. Die Produktion ist jetzt äußerst flexibel – und damit massenmarktfähig.

? Welche Rolle spielt das neue Transportsystem für Optima bei der Umsetzung von Industrie 4.0?

Sauter: Die Bedeutung ist hoch. Denn die Digitalisierung der Fertigungsprozesse soll beispielsweise auch das intelligente Ansteuern und Auswählen verschiedener Verarbeitungspfade ermöglichen. Hintergrund ist, wir erhöhen damit die Effizienz, beispielsweise indem die Anlagen bestmöglich genutzt werden und Stillstand vermieden wird. Hier sind lineare Transportsysteme der richtige Weg. Gleichzeitig sind die Prozesse mit dem linearen Transportsystem so flexibel, dass die Losgröße 1 auf effiziente Weise realisierbar wird.

? Um Digitalisierung und Vernetzung voranzutreiben, müssen Maschinenbauer künftig eng mit Automatisierungsunternehmen zusammenarbeiten oder eigene Automatisierungsansätze vorantreiben. Wie stellt sich Optima hier auf?

Sauter: Für uns als Maschinenbauer ist es üblich, mit Zulieferern und Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten, um Aufgabenstellungen unserer Kunden bestmöglich zu erfüllen. Die Kooperation mit Siemens verläuft sehr gut. Wir setzen zudem Software von Siemens ein, um die Prozesse vorab virtuell zu testen. In Verbindung mit unserem Know-how und unseren eigenen Kapazitäten entstehen daraus eigenständige Lösungen. Zudem findet bei Bedarf in der Optima Packaging Group ein Know-how-Transfer statt – intern wurde beispielsweise ein Linear-System für den Transport schwerer Produktstapel entwickelt. Diesen gewählten Mix aus externen und internen Spezialisten für die unterschiedlichsten Technologien sehen wir als sehr sinnvoll an.

(ID:44055208)

Über den Autor

 Anke Geipel-Kern

Anke Geipel-Kern

Leitende Redakteurin PROCESS/Stellvertretende Chefredakteurin PharmaTEC, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik