China Market Insider Shell und CNOOC nehmen Chinas größte Styrol-Anlage in Betrieb

Von Henrik Bork

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Rekordanlage in China: Der chinesische Öl- und Gaskonzern CNOOC und Shell haben die bislang größte SMPO-Anlage zur Produktion von Styrol in Betrieb genommen. Bis zu 630.000 Tonnen des Monomers für die Kunststoffherstellung können ab jetzt am Standort Huizhou in der südchinesischen Provinz Guangdong pro Jahr hergestellt werden. Die Anlage gehört dem 50:50-Joint-Venture CNOOC and Shell Petrochemicals Company (CSPC).

Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.(Bild:  ©sezerozger - stock.adobe.com)
Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.
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Peking/China – Das von Shell entwickelte SMPO- oder „Styrene Monomere & Propylene Oxide”-Verfahren wird zunächst Ethylbenzol zu Ethylbenzolhydroperoxid peroxidiert. Über weitere Zwischenstoffe wird schließlich über Aluminiumoxid durch ein Dehydratisierungsverfahren das Styrol produziert, das für Polystyrol und andere wichtige Kunststoffe benötigt wird. Man habe diesmal über Verbesserungen des Prozess-Designs den Energieverbrauch wesentlich reduzieren können, heißt es bei Shell.

Neben dem Styrol kann die neue Anlage in Huizhou auch 300.000 Tonnen Propylenoxid im Jahr erzeugen. Auch bei dem Co-Produktionsprozess für diesen Grundstoff habe man in China eine verbesserte, neue Version installiert, womit die Anlagekosten und den Wasserverbrauch reduziert werden konnten, erklärte Shell. Es sei das erste Mal, dass Shells Polyol-Technik in China zur Anwendung komme, hieß es.

Die neuen Anlagen gehören zur Phase II der Milliardeninvestitionen von Shell und CNOOC im „Daya Bay Petrochemicals Industrial Park, Huizhou City“, einem der größten Chemieparks in China. Derzeit werden dort bis zu sechs Millionen Tonnen verschiedenster Chemikalien produziert, darunter Polyole, Ethylen-Glykol, Polyethylene und Polypropylene. Ein Ethylen-Cracker für die Phase III befindet sich derzeit in Bau.

„Dieser Meilenstein unterstützt die Strategie der Shell-Gruppe, bei den Performance-Chemikalien zu wachsen und damit näher an den Endkunden heranzurücken,“ sagt Thomas Casparie, EVP für das globale Chemiegeschäft von Shell. Auf chinesischer Seite sei man bereit, die Kooperation mit Shell weiter zu vertiefen, betonte Sun Dalu, VP von CNOOC anlässlich der Inbetriebnahme.

Das kombinierte SMPO-POD-Projekt besteht aus insgesamt sechs Einzelanlagen – einer Ethylbenzol-Einheit mit 750.000 Jahrestonnen, den Styrol- und Propylenoxid-Anlagen, sowie zwei Polyether-Anlagen für je 250.000 Jahrestonnen.

Im vergangenen Jahr hatten beide Seiten auch eine Absichtserklärung über eine mögliche Polykarbonat-Produktion mit Hilfe der Shell-eigenen Diphenyl-Karbonat-Prozesstechnologie am Verbundstandort in Huizhou unterzeichnet. In der dritten Phase ist neben dem neuen Ethylen-Cracker ferner der Bau der asienweit ersten Anlage mit der von Shell entwickelten Linear-Alpha-Olefin-Technologie geplant.

CSPC ist eines der größten Gemeinschaftsunternehmen der petrochemischen Industrie in China. Der Standort Huizhou liegt in geografischer Nähe zu Hongkong und dem benachbarten Shenzhen am südchinesischen Meer. Die Produktionskapazität des Gemeinschaftsunternehmens für Ethylene beträgt derzeit 2.200 Kilotonnen pro Jahr. Mit den sechs Millionen Tonnen an chemischen Produkten, die dort erzeugt werden, ist der Standort Huizhou insgesamt eine der größten Ethylenanlagen in der Volksrepublik.

* Henrik Bork, langjähriger China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau, ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking. „China Market Insider“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogel Communications Group, Würzburg, und der Jigong Vogel Media Advertising in Beijing.

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